122 •werksbetrieb eine Art Monopolstellung ein, dehnte aber Anfang der siebziger Jahre seine Tätigkeit auch auf die nahen Tiroler Bergwerke aus. Die Zeiten der Blüte und des Verfalls des Bergbaus zu Schwaz haben uns oben in der Geschichte der Paumgartner von Augsburg beschäftigt. In seine Anfänge führen uns die Beziehungen, die Hans Baumgartner von Kufstein zu ihm hatte, als er der Geldgeber des Erzherzogs Sigismund wurde. Wie später, so streckte auch damals der Kaufmann dem Fürsten Bargeld vor und erhielt dafür Silber zur Tilgung der Schuld. In den ersten Jahren trat Hans Baumgartner zusammen mit dem schon genannten Rattenberger Gewerken Virgil Hofer 1 ) auf. So liehen die beiden am 14. Mai 1472 dem Erzherzog 2096 fl, wofür sie mit Silber bezahlt wurden 2 ). Diese Geschäftsver bindung dauerte jedoch nicht lange, da Hofer im Jahre 1474 als Teilhaber Baumgartners verschwindet und fortan nur als Gewerke im Schwazer Bergbau tätig ist. Dagegen wurden Baumgartners Beziehungen zu Sigismund immer enger. Im Jahre 1477 lieh er — wenn wir kleinere Beträge aus den Jahren 1473 bis 1476 übergehen — 8095 fl und wurde damit auf das Silber der Schwazer Gewerken Füger und Erlacher verwiesen 3 ). Damals trat mit dem Kufsteiner Kaufmann der Salzburger Hans Knoll in Konkurrenz, der dann im Jahre 1480 sich mit erhalten, das angibt, wieviel Silber jeder Gewerke im Jahre 1474 in den „Brenngaden“ ablieferte. Diesem Verzeichnis sind obige Zahlen entnommen. ') Virgil Hofer, aus Salzburg stammend, seit ca. 1470 in Ratten berg wohnend, wurde bald einer der Hauptgewerken des Schwazer Bergbaus. Er erwarb dann mehrere Schlösser und Herrschaften in Bayern, so Holzhausen, Falkenstein und Urfahrn, wonach sich die verschiedenen Linien benannten. (Vgl. Siebmachers Wappenbuch VI 1, Abgestorbener bayer. Adel II [1906] S. 76 u. I S. 5, ferner Wiguleus Hund: Stammenbuch 3. Teil in Freibergs Sammlung historischer Schriften III, 2 S. 394.) Virgil Hofer starb 1494. Einer seiner Söhne, Wolfgang, der mit Agnes Lang, einer Nichte des bekannten Kardinals Matthäus Lang, vermählt war, erwarb 1501 das Schloss Wildenwart bei Prien u. besass dasselbe bis 1540. Sein Grabstein ist heute noch in der Pfarrkirche zu Prien zu sehen und deshalb bemerkenswert, weil auf demselben der Geburtsort seiner Gemahlin angegeben ist: angneess ein geporene langin aus engalland in der stadt kallis. 2 ) Innsbruck, Statthaltereiarchiv: Raitbuch (1472) fol. 4. 3 ) Ebenda: Raitbuch (1477) fol. 18.