— 11 nach Gesichtspunkten der militärischen Philosophie«, Peters burg 1809. Das ist auch seine einzige Schrift, die eine zweite Auflage in Braunschweig 1815 erlebt hat. Sie er schien anonym, wie überhaupt G. Kankrin seine Arbeiten immer nur anonym hat erscheinen lassen, eine ausgenom men, nämlich »Oekonomie der menschlichen Gesellschaften« 1845, wo er unter dem Vorwort seinen Namen zu legen gewagt hat. Die »Fragmente« lenkten nun die Aufmerksamkeit des Kriegsministers Barklay-de-Tolli und des Generals Phull, der Alexander 1. über die Kriegskunst unterrichtete, auf sich. Gleich nach dem Erscheinen der »Fragmente« wurde der Autor derselben von Phull eingeladen, mit ihm gemeinsam zu arbeiten. Und als Kaiser Alexander weitere Auskünfte über Kankrin verlangte, soll Phull ihn charakterisiert haben: »ein sehr kenntnisreicher, tüchtiger Mann, aber un peu dur«. Darüber sagt Kankrin selbst in seinen Tagebüchern folgendes: »Wenig beschäftigt in meiner damaligen unbe deutenden Dienststellung, ohne Ansprüche und irgend be deutende Aussichten und Bekanntschaft, hatte ich mich im ersten Jahrzehnt des laufenden (d. h. XIX. G. Sch.) Jahr hunderts mit grossem Eifer auf das militärische Studium geworfen und die Indignation trieb mich im Jahre 1809 ein kleines Buch »Fragmente über die Kriegskunst« zu schrei ben. — Es hatte sich bei mir, und ohne Zweifel auch bei vielen, die Überzeugung festgestellt, dass gegen die Fran zosen nur durch einen kunktatorischen Krieg etwas ge wonnen werden könne. Dieses Schriftchen fiel dem aus preussischen Diensten in russische getretenen General Phull in die Hände, und ich wurde in dessen Bekanntschaft ge rufen. Er verhandelte (sollte heissen: behandelte. G. Sch.) damals mit Kaiser Alexander die Kriegskunst und besuchte ihn jeden Abend, wo (wann. G. Sch.) über solche gespro chen wurde. Sein System war auch auf das Prinzip des Zauderns gegründet. —. —. — Zugleich, da der Monarch