— 16 — ' sunkene Assignaten, — kurz und gut, es herrschte eine völlige Krise, als Kankrin ans Ruder des Finanzministeriums kam. Doch ging er tapfer ans Werk, und es gelang ihm trotz aller Schwierigkeiten der Lage die Gefahr einer Kata strophe bald zu beseitigen. Zuerst galt es, das Ministerium von dem herrschenden Chaos zu befreien und Ordnung herzustellen. Er verwendete alle seine Kraft in dieser Richtung, und es gelang dies wenigstens so weit, dass er schon nach dem Thronwechsel im Jahre 1826 sein Programm Nikolaus I. vorlegen konnte. An diesem Programm hat er während der ganzen Ministerzeit festgehalten, so weit ihm die Umstände das erlaubten. Die Haupttendenzen seines Programms waren: grösstmögliche Sparsamkeit, Schonung des Staatskredits, Vermeidung neuer Auflagen, Hebung und Projektionierung der heimischen Industrie, Fixierung der Wertzeichen; ein Programm also, das nicht leicht zu ver wirklichen war, besonders unter den Verhältnissen, welche Kankrin zu berücksichtigen hatte. < Die furchtbare Reaktion, die nach der Dezember-Revolte 1825 in Russland eintrat und die für die ganze Regierungs zeit Nikolaus I. charakteristisch blieb, dann unaufhörliche Kriegszüge gegen Persien und die Türkei, sowie die Miß ernten und die Hungersnot im Lande selbst, — all das war freilich nicht begünstigend für die Staatswirtschaft. Dennoch waren die Resultate, auf welche Kankrin nach 21 jähriger Tätigkeit zurückschauen konnte, bedeutend und nicht zu verkennen, trotz aller Fehler und Schwächen, welche ihm zum Vorwurf gemacht werden und teilweise auch gemacht werden müssen. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werden wir die Wirk samkeit des Finanzministers Kankrin ausführlicher zu be sprechen haben, — hier wollen wir nur noch das Wichtigste aus seinem Leben kurz wiedergeben. Neben seiner Tätigkeit als Minister fand Kankrin wenig Zeit für schriftstellerische Arbeiten. Hier haben wir, von