— 31 — engeren Grenzen« bleiben. Diese Grenzen aber werden nur so lange nicht überschritten, als »die Fabrikation sich mit einem Plus über den eigenen Bedarf beschäftigt, bloß um diejenigen unserer Bedürfnisse damit zu kaufen, in deren Erzeugung uns die Natur nicht begünstigt«. 1 ) Diese Grenzen überschreiten heißt nach Kankrin, »eine Fabrikation bloß für andre bezwecken«, oder »eine Handelsfabrikation einzuleiten und eine Bevölkerung anzuziehen, welche, uns nicht notwendig, nur deshalb existiert, weil andere noch zu unweise oder zu ungebildet waren, sie zu Hause zu haben«. 1 ) Diese Handelsfabrikation könne eine Zeitlang auch sehr vorteilhaft sein, man sollte sie aber nicht be günstigen, denn ohne künstliche Mittel könne sie auf die Dauer nicht existieren, und falle schließlich als erkünsteltes Ding dem Volke nur zur Last. Eben diese Erkünstelung der Fabrikation, oder, wie Kankrin sie nennt, die Überschreitung der natürlichen Grenzen hat er im Auge, wenn er dem Merkantilismus eine »Übertreibung in Hinsichten der Staatsweisheit« vorwirft. Im weiteren Verlauf unserer Arbeit, wenn wir auf die Kankrinsche Volkswirtschaftspolitik zu sprechen kommen, werden wir sehen, daß diesem ablehnenden Verhalten Kankrins der sog. »Handelsfabrikation« gegenüber auch ein re in politischer Gedanke, nämlich die Furcht vor »dem taglöhnerischen Pöbel«, wie er die Fabrikarbeiter nennt, zugrunde liegt. Übrigens habe ursprünglich der Merkantilismus nur »die richtig begrenzte Fabrikation bezweckt«. ä ) Der Vor wurf Kankrins, den er dem Merkantilismus macht, gilt also nur einer späteren Periode desselben, die Kankrin aber nicht näher bestimmt. So viel über Kankrins Verhalten dem Merkantil- und Agrikultursystem gegenüber. Was nun das Smithsche Sy- stem anbelangt, so behandelt Kankrin dasselbe als solches ') Weltr. 112. — a ) Weltr. 113.