— 37 — des Weltreichtums, sich einen größeren Anteil zuzueignen, als ihm nach seinem Grundkapital, der Masse der ge brauchten Kräfte und des angewandten beweglichen Kapitals billig zukommt, so ersetzt es dadurch eigene Produktion ganz oder zum Teil, oder erwirbt ein außerordentliches Plus, indem es sich den Genuß anderer privativ er weise anmaßt«. 1 ) Das ist der sog. »Privativhandel« oder die »Produktion der Vervorteilung«, unter welcher von Kankrin hauptsächlich der Monopolhandel des Mutterlandes mit den Kolonien verstanden ist. 2 ) Daneben unterscheidet Kankrin noch die sog. »Produktion« des Raubes oder der Gewalt, die sich auf »offenbare Gewalt und militärische Überlegen heit« gründe, wie z. B. Seeräuberei, die Politik des alten Rom gegenüber seinen damaligen Provinzen 3 ) u. s. w. Kankrin geht also in betreff der Beziehungen zwischen den Nationen ganz im Sinne des Merkantilismus von der Voraussetzung aus, um mit Voltaire zu sprechen, »qu’un Pays ne peut gagner sans qu’un autre perde« 4 ), oder, wie er selbst im »Weltreichtum« sagt: »so wie im gemeinen Leben kein Vermögen, als auf Kosten andrer erworben werden kann, •— .. — .. — so geht es auch mit dem Han del gegen das Ausland«. 5 ) Demnach kann also kein Staat etwas gewinnen, ohne dass der andere etwas verliert. So ist denn auch leicht zu verstehen, warum unser Verfasser von der Privation oder dem Privativhandel und den priva tiven Gewinnen, ja sogar von der sog. »Produktion« des Raubes oder der Gewalt spricht. Der Binnenhandel fügt na ch Kankrin dem Nationalreichtum nichts hinzu; er ist deshalb in dieser Hinsicht unproduktiv. Nur der Aussen- bandel vermehrt den Nationalreichtum und wirft ihm pri vative Gewinne ab. b Weltr. 28. — 2 ) Ök. 11; Weltr. 28, 117. — *) Weltr. 30. — 4 ) Onck. I. 152. -- 6 ) Weltr. 119/20. Vgl. auch Ök. 23: »Gewinn ai *f Kosten anderer liegt — . . — . . — in der Natur der menschlichen Gesellschaft.«