- 44 — Damit die reproduktive Arbeit einen Überschuß ab werfe, — denn produktiv kann nach dem »Weltreichtum« »nur die Arbeit genannt werden, welche mehr hervorbringt, als sie, alles in Rechnung gebracht, verzehrt« 1 ) — sei noch eine »unabhängig-schaffende Kraft« nötig, welche sich in Form von Natur- oder Genie-Kraft äußert. So sei z. B. rein produktiv der Ackerbau, die Vieh- und Wildzucht. 2 ) Die Produktivität des Genies trete hauptsächlich in Kunst werken und Entdeckungen zutage. 2 ) Bedingt produktiv nennt Kankrin endlich die Arbeit, bei der »zwar die Naturkraft mitwirkt, dem Mißlingen und Zufall aber Raum gegeben ist,« z. B. bei der Jagd, dem Berg bau etc. 3 ) Die hier gekennzeichnete und von Kankrin im »Welt reichtum« entwickelte Produktivitätslehre läßt einen wenn auch ziemlich entfernten Einfluß des Physiokratismus vermuten, da Kankrin ebenso wie die Physiokraten die Produktivität nur der ländlichen Arbeit zuschreibt, während er diese dem Gewerbe und dem Handel abspricht. Im übrigen aber, was die Produktivität des Genies etc. betrifft, entfernt sich Kankrin weit von den Physiokraten, die er zudem nur aus den mangelhaften deutschen Quellen (vgl. »Biogr. Skizze« oben) kennen gelernt und mißverstanden zu haben scheint. Daß diese im »Weltreichtum« entwickelte Lehre von der Produktivität nicht recht für den merkantilistischen Stand punkt paßt, scheint auch Kankrin selbst gemerkt zu haben, da er seine Zuflucht zu der von ihm sogenannten »Pro duktion« des Genies, von der oben schon die Rede war, dann zu der Privation, der Übervorteilung (»Vervorteilung«) und des Raubes nimmt. Diese »Produktions«-Arten, welche wir ausführlicher schon in dem vorhergehenden Kapitel be handelt haben und welche in der Kankrinschen Lehre für den Nationalreichtum von größter Bedeutung sind, 4 ) be wirken nach Kankrin, daß das an sich reproduktive Gewerbe i) Weltr 24. - 2 ) Weltr. 26. — 3 ) Weltr. 25. — *) Weltr. 28.