— 53 — kommt, und endlich zerstörend, wenn nicht nur kein Gewinn, sondern auch kein Äquivalent herauskommt. 1 ) »In einer wohlbehaltenen (wohlgeordneten G. Sch )Volks- gesellschaft — sagt Kankrin — sollte alles Produzierte in einem verhältnismäßigen Zeitraum verzehrt werden und nur immer das übrig bleiben, was bei jeder Sache zum unentbehrlichen Vorrat nötig ist.« 2 ) Aber bei dem jetzigen hochzivilisierten Gesellschaftszustand und bei der technisch fortgeschrittenen Industrie kommen sehr oft Überproduktionserscheinungen und Stockungen vor. »Mit vermehrter Bevölkerung, ver größertem Kapital, erhöhter Zivilisation, ausgebildeterer In dustrie entsteht in einem Lande notwendig die Tendenz immer mehr zu produzieren, und zugleich führt die Industrie zur Sparsamkeit.« 3 ) Das Übel vermehre sich besonders dadurch noch mehr, daß »ein Teil der arbeitenden Klasse für das Ausland« produziere und »mit schwerer Konkurrenz zu kämpfen« habe. 3 ) Dazu trete, namentlich in neuerer Zeit, noch »die Tendenz des Thesaurierens« hinzu. »Man verzehrt — sagt Kankrin — seine Zinsen nicht, legt einen Teil wieder an, vermehrt so viel als möglich die Produktion, gibt sparsam aus, und daher das drohende Mißverhältnis der Produktion gegen die Verzehrung, daher die beinahe unglaubliche An häufung von Kapitalien, die Leichtigkeit der Staatsschulden und großer Unternehmungen; daher aber auch die allzu große Ungleichheit in der Verteilung des Kapitals, seine Überschwenglichkeit, der unverhältnismäßige Anteil der großen Massen an den verzehrbaren Dingen«. 4 ) Diesem hier gekennzeichneten Standpunkte Kankrins, dem Standpunkte nämlich eines Mittelstandspolitikers, ent bricht auch sein Verhalten zu der Bevölkerungsfrage. Kankrin ist kein Freund der zu großen Vermehrung der Bevölkerung. Er meint, es gebe »eine Grenze der Be völkerung, jenseits derer ihre Vermehrung mehr Übel als >) ök. 202. - 2 ) Ök. 31. 8 ) Ök. 32. - 4 ) Ök. 33.