— 54 — Gutes« bringe, die jedoch »theoretisch ermessen«, faktisch aber nicht festgestellt werden könne. 1 ) Die Bevölkerung habe »eine natürliche Tendenz« sich zu vermehren, insbesondere in ihren unteren Klassen. Daß dabei aber die Bevölkerung die »Tendenz die Subsistenz mittel zu überschreiten« hätte, wie das Malthus behauptet, könne Kankrin nicht zugeben. Die Not unter den ärmeren Klassen sei zwar sehr groß, aber diese Klassen suchen nicht selten dem Übel eben durch die Vermehrung ihrer Familienmitglieder abzuhelfen, »denn ein Verheirateter, wo Frau und Kinder mitarbeiten, schlägt sich oft noch eher durch.« 2 ) Übrigens sagt unser Autor noch ganz treffend: »Wo hätte man im kultivierten Zustand Mangel an Lebensmitteln selbst bemerkt, wenn auch die Mittel sie zu kaufen fehlen.« 2 ) Lebensmittel sind also durchaus vorhanden, nur haben die ärmeren Klassen keine Mittel sie zu kaufen. Mit dieser Bemerkung war Kankrin an den Kern der Sache angelangt, leider verstand er es nicht, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. IV. Kapitel. Kankrins Geldlehre. ^)er Geldlehre wendet Kankrin seine besondere Auf merksamkeit zu. Vor allem berücksichtigt er im »Welt reichtum« das Papiergeldwesen, wozu er durch die Ver hältnisse veranlaßt sein mochte, welche in der damaligen Finanzwirtschaft Rußlands herrschten und welche zu ver bessern er bald als Finanzminister berufen werden sollte. Auf die reformatorische Tätigkeit Kankrins auf diesem Gebiet werden wir bei der Betrachtung seiner finanzwirtschaftlichen