— 55 — Leistungen noch zu sprechen kommen. Hier wollen wir vorläufig nur seine Anschauungen über das Geldwesen näher kennen lernen. Über den Begriff des Geldes gibt Kankrin sehr unbe stimmte Erklärungen. Im »Weltreichtum« heißt es zuerst, daß das Geld ein Wertmaßstab und ein Wertzeichen 1 ) oder, wie es noch an einer anderen Stelle heißt, ein »allgemeines« vor stehendes Zeichen der Werte« sei. 2 ) Weiter aber wird das Geld auch »ein wahrer Reichtum« genannt. So heißt es: »Jede Nation wendet das überschießende Produktenkapital ursprünglich dazu an, sich ein Geldkapital zu schaffen, und erst nachdem dieses geschehen, fängt die eigentliche Epoche der Erwerbung eines wahrhaften überschießenden Kapitals an, das aus Produkten gewöhnlich in Geld über gesetzt wird. Geld ist also wahrer Reichtum, denn sonst wären auch Produkte keiner, aber an sich bloß ein statistischer; denn um ein weltreichtümlicher, sich immer erneuender zu werden, bedarf es der Anwendung durch Arbeit«. 8 ) Ein Nationalreichtum könne das Geld ausnahms weise, z. B. in einer isolierten Handelsstadt sein, welche ihre Existenz auf Handelsspekulationen gründet. Ja, da könne es sogar einziger Reichtum sein. Abgesehen von diesen Ausnahmefällen, sei das Geld, wenn auch nicht der einzige Reichtum, so »doch ein Teil desselben, und selbst als Ware genommen, der bequemste von allen«. 4 ) Ähnliche Gedanken sind auch in der »Ökonomie« vertreten. Da heißt es auch, daß das Geld ein repräsentatives Wertzeichen sei, das »einen allgemeinen Tauschwert für alles Kaufbare« habe/’) Dem gegenüber lautet es aber wieder: »Das Metallgeld ist, man mag sagen, was man will, ein wahrer Reichtum, also auch ein wahres Kapital.« 6 ) Dieses Zitat zeigt nebenbei, worauf wir schon hingewiesen haben, daß Kankrin den Reichtum mit dem Kapital identifiziert, was übrigens auch i) Weltr. 35/6. - 2 ) Weltr. 83. - s ) Weltr. 42. - *) Weltr. 42/43. - 6 ) Ök. 17. - 6 ) Ök. 126.