— 60 — deswegen, weil sich die richtigen und falschen Ansichten des Publikums mischen und es darauf ankommt, welche die . Oberhand behalten oder die Mittelmeinung herauskommt«. 1 ) Diese Äußerung, welche ökonomische Erscheinungen in solchem Grade von richtigen oder falschen »Ansichten des Publikums« abhängen läßt, ist nicht gerade eine Empfehlung für unseren Autor als Nationalökonomen. Das Papiergeldwesen hat überhaupt seine Vorteile und seine Nachteile. Zu den Vorteilen ist nach Kankrin zuerst die künstliche Vermehrung des Geldkapitals zu zählen, welches zu verschiedenen neuen Unternehmungen benutzt werden kann. Dazu kommt noch die Ersparung der Kosten der Remonte des Metallgeldes. Endlich werden »die Geld kommunikationen .. — .. im Innern ungemein erleichtert, unendlich besser, als es in vielen Fällen durch Wechsel geschehen kann«. 2 ) Wiederum hat das Papiergeld auch sehr viele Nachteile. Zuerst sei es* schwer, das Verhältnis der auszugebenden Masse des Papiers praktisch zu bestimmen und dessen Kredit zu halten, denn »das Papiergeld führt schon an sich die Tendenz einer Überfüllung mit sich«. 3 ) Diese Überfüllung aber bewirkt, daß das Metallgeld aus der Zirkulation verschwindet und das Papiergeld selbst im Preise zu schwanken, evtl, zu sinken beginnt. Es entsteht die Teurung und nicht weniger die Verwirrung auf dem Markte. »Die Folgen dieses Zustandes sind: einzelne Klassen verarmen, der Handel stockt, die Gewerbe leiden, alle Schuldverhältnisse fallen in ein Chaos, der Wert der liegenden Güter schwankt« 4 ) usw. Dazu kommen noch ver schiedene Mißgriffe der Regierungen in Bezug auf das Papiergeld. Kankrin führt mehrere Beispiele an. So sei es falsch, wenn man bei der Vermehrung des Papiergeldes verlangt, daß alle Abgaben damit bezahlt würden, oder um gekehrt bei der Wiedereinführung des Metallgeldes nur dieses in Zahlung nimmt. 5 ) Dann seien auch besonders i) i) Ök. 128. - 2 ) Weltr. 54. — 3) Weltr 57. - J ) Weltr.61. - ä ) Weltr. 74