23 auch ein Spiritusmonopol, das Verkaufsmonopol von Petroleum und Benzin. Was die letztere Einnahmsquelle betrifft, so stehen wir unmittel bar vor einem Privatmonopol der größten Raffinerien. Dieselben wer den alle kleineren Raffinerien um geringes Geld erwerben; das Ein schränken der Betriebe, sogar das Aufhalten der Arbeit in den Raffi nerien Mähr.-Ostrau, Kolin, Jedlicze, Krosno, Budapest sind dessen ernste Vorzeichen. Die Regierung tritt immer öfter vor das Haus mit Ermächtigungen von Kreditoperationen in einer Höhe, welche in früheren Zeiten nicht vorgekommen war; für die erste Hälfte 1914 ist eine halbe Milliarde Kronen in Aussicht genommen. Der österreichische innere Geldmarkt ist nur imstande, 150 bis 200 Millionen Kronen Anleihen zu decken; man ist somit mit zwei Dritteln auf Deutschland und England ange wiesen. Die Geld Verhältnisse in den Staaten gestalten sich aber in der Weise, daß der Überschuß der gesamten Länder stets kleiner wird, da die eigenen Rüstungsausgaben in großem Maße von Jahr zu Jahr anwachsen. Die bayrische Anleihe hat den besten Beweis dafür geliefert. Was werden wir anfangen, wenn diese Quelle in der Zukunft ver siegen wird? Diese Zukunft ist aber schon nahe, da die Placierung der Anleihen stets größere Schwierigkeiten bereitet. In den letzten zehn Jahren haben an Renten 1500 Millionen Kronen den Markt be lastet, man entnahm schon zweimal so viel, als der Markt ertragen konnte. Bis zu diesem Zeitpunkte ist noch die frühere Wirtschafts methode gegangen, was wird aber geschehen, wenn diese Wege ver schlossen sein werden? Rechtzeitig andere, mehr rationelle Mittel zu wählen, empfiehlt die Vernunft und der staatserhaltende Gedanke. Eine Vereinfachung der Staatsadministration, Ersparnisse in Re präsentationsämtern und Ministerien wird nicht stark in die Wag schale fallen, diese Positionen werden gering sein, im Verhältnisse zu den stark anwachsenden Auslagen. Ohne eine ernste, energische Arbeit auf dem Gebiete der rationellen Mittel muß der Staat zu einem ökonomischen Ruin ge langen; heute schon ist das letzte Wort „Entweder — Oder“ zu sagen. Die Aufgabe der Volksvertretung ist es, mit offenem Blicke die Wege zu zeigen, die Verwaltungsorgane dürfen nicht blind sein, das