27 maschine gehl seit Jahrhunderten ihren bekannten Weg; die Ausrede: „Wir haben keine Erfahrungen und keine Leute zu solchen Neue rungen“, ist wirklich kleinlich, man denkt unwillkürlich daran, daß nur deshalb, weil kein diesbezügliches Aktenstück in dieser Ange legenheit auf dem bureaukratischen Tische liegt, diese Arbeit als nicht aktuell angesehen wird. Es ist wirklich wahr, der moderne Fortschritt in der Volkswirt schaft hat bisnun keine Aktennummer bei uns bekommen. Es ist sehr traurig, daß auch die Leiter unseres Parlamentes kein Verständnis für diese wichtigste Arbeit zeigen, die Vorlagen für das Wohl der Völker auf den letzten Platz schieben, auf welche Art nur administra tive Vorlagen des Staates erledigt werden. Ein heller Punkt in der Vorgangsweise der Regierung ist der Ankauf der Kohlengrube in Brzeszcze, wo in 170 m schon sechs bau würdige Flötze aufgeschlossen wurden, und der Bau der sehr ren tablen Entbenzinierungsanstalt in Drohobycz. Der Staat, als der größte Kohlenkonsument, hat zum großen Teil seinen Bedarf in Deutschland gedeckt, trotzdem im eigenen Reich kolossale Kohlengebiete unberührt auf ihre Exploitation warten. Die für Österreich schädlichen Differentialtarife auf den Eisenbahnen haben dem fremden Import, und zwar nicht nur der Kohle, sondern auch überhaupt fremden Erzeugnissen, stark geholfen. Durch Erschließung neuer Gruben werden die Eisenbahnen und eventuell später auch das Volk billige Kohle erhalten, und so wer den in der Zukunft die Staatsgruben als ein Regulator der Preise wirken können. Unser Kohlenverbrauch im Jahre 1910 war 21 Mil lionen Tonnen, von denen 9 Millionen Tonnen aus Preußen bezogen wurden, während 25.000 Millionen Tonnen Kohle in Westgalizien beinahe unberührt liegen. Der Staat braucht für eigene Bahnen jährlich für 487 Millionen Kronen Kohle; wie diese Auslagen wachsen, stellen folgende Graphi kons dar. Fig. 18 und 19. Wenn man diesen Ziffern etwas Aufmerksamkeit schenkt, tritt die Notwendigkeit eines intensiveren Staatsbergbaues auf unseren Kohlenfeldern klar zutage. Das Verschleppen des Berggesetzes im Parlament geschieht auf Jahre hinaus, direkt eine Arbeit zugunsten Preußens und der West fälischen Bank, welche 560/0 aller galizischen Kohlenschürfe von etwa 8001cm 2 Fläche okkupiert haben.