33 Suchen nach neuen Wegen, zur Umwälzung der veralteten Begriffe. Alle Regierungen sollen, die heutigen Verhältnisse berücksichtigend, klar in die Zukunft ihren Blick richten und keine Arbeit und Opfer scheuen, um den allgemeinen Wohlstand der Völker zu heben. Das unproduktive Überschulden des Staates muß die Regierung möglichst einschränken und ihr ganzes Augenmerk auf die Vermehrung der produktiven Investitionen lenken. Eine von den bedeutendsten österreichischen Finanzautoritäten hat unsere Lage in folgenden Worten geschildert: „Die andauernd ungünstige Gestaltung unserer Handels- und Zahlungsbilanz ist eine sehr bedenkliche Erscheinung, die wir schon lange mit Besorgnis be trachten. Da der Ausgleich schließlich nur durch Kontrahierung von immer neuen Schulden im Auslande getroffen werden kann, so muß die Monarchie endlich in eine Art von Schuldensklaverei gegenüber den westlichen und mitteleuropäischen Großstaaten gelangen, wenn es nicht gelingt, beizeiten Wandel zu schaffen. Hier könnten (gemeint wurde hier meine frühere Monographie) die von Ihnen in .Öster reichs Versäumnis' angegebenen Mittel nebst Sparsamkeit viel helfen und in der Beziehung könnte unser Abgeordnetenhaus eine ebenso wichtige, wie dankbare Aufgabe erfüllen.“ Mit dem Laufe der Zeiten, wo die Monarchie in den Besitz eigener Bahnunternehmungen, Salinen, Tabakfabriken, Bergwerke u. s. w. gekommen ist und viele neue Unternehmungen gründen soll, wäre ihre Pflicht, mit der rein bureaukratischen Verwaltung aufzuhören und die . neue dankbare Rolle eines Geschäftsmannes zu übernehmen. Der mittelalterlich bureaukratische Geist ist bislang der allein herrschende, jede Erweiterung der geschäftlichen Tätigkeit stößt auf starken Widerstand. Das Arbeitsministerium hat mit dem Ankäufe der Kohlengrube in Brzeszcze und dem Bau der Entbenzinierungsanstalt in Drohobycz zwar die Geschäftstätigkeit begonnen, dies ist aber erst als kleiner rühmlicher Anfang anzusehen. Aus dem vorher Geschilderten wird es wohl leicht sein, zu er kennen, daß gerade der Staat hiezu berufen ist, aus dem ängstlich kleinen Gesichtskreise auszutreten, die Volkswirtschaft der ganzen Monarchie zu heben und gewisse produktive Investitionen des allge meinen Nutzens zu unternehmen. Die österreichische Presse hat auch hier eine große patriotische Aufgabe mitzuerfüllen. Die geschilderte geschäftliche innere Unternehmerpolitik kann allein die Monarchie