84 dadurch dass vom jährlichen Betriebsergebnis gewisse Beträge ausgesondert und zusammengelegt wurden. Diese Reserven können bis zum Ende der Gesellschafts dauer geäufnet und dann unter die berechtigten Aktionäre verteilt werden. Dieser Modus ist sehr vorteilhaft für ge wisse Arten von Aktiengesellschaften, die sich besonders mit Spekulationen befassen, deren Interessenkreis sich immer vergrößert, und deswegen stets neuer Kapitalien bedürftig sind. Die Reserven haben dann den doppelten Vorteil, den Aktionären ihre Einlage für die Zukunft sicher zustellen und für die Gegenwart der Gesellschaft neue Einnahmsquellen zu eröffnen. Aber neben diesen Gesell schaften, bei denen eine andere Anlage der Reserven weder tunlich noch erspriesslich wäre, gibt es eine grosse Menge anderer, bei denen eine solche Verwendung unmög lich ist. Bedeutende Summen bleiben dann, infolge der Unmöglichkeit, dieselben im Unternehmen selbst zu ver werten 1 ), brach liegen zum Nachteile der ökonomischen Entwicklung des ganzen Landes. Diese Reserven, deren Grösse 2 ) für sich allein schon erhebliche Verwaltungs schwierigkeiten bereitet, müssen möglichst sicher angelegt werden, die Rendite wird infolgedessen gering sein. Dazu tritt noch der Umstand, dass diese überflüssigen Kapitalien geradezu eine Gefahr für das Unternehmen in sich scliliessen, weil die Verwaltungsräte immer geneigt sind, disponible Summen möglichst nutzbringend anzulegen, und sich dann leicht zu gewagten Spekulationen verleiten lassen, die sie mit eigenem Gelde kaum riskieren würden. Es hat sich 1 ) Feistmantel, 1. c-, 413. 2 ) Die Eisenbahngesellschaften in Frankreich und Österreich verfügen oft über viele Hunderte von Millionen Aktienkapital, z. B- die Compagnie des chemins de fer de Paris ä Lyon et ä la Medi- terranee hat ein Aktienkapital von 340 Millionen, die Compagnie du chemin de fer du Nord ein solches von 231 Millionen, die private österreichisch-ungarische Staatseisenbahngesellschaft verfügt über ein Kapital von 110 Millionen Gulden.