17 sicht auf Gewinnanteil und liefert dem Grundbesitzer seinen Anteil in den ihm erwünschten Naturalien. Seit dem 15. Jahrhundert lassen sich die Deutschen im toskanischen Safranhandel nachweisen. Wir finden sie in Toskana als Safrankäufer. Hauptsächlich aber bewerk stelligen sie ihre Einkäufe in toskanischem Safran in der Lombardei. Casalmaggiore und Mailand erscheinen als Marktorte für den toskanischen Safran. Diese Verlegung des toskanischen Safranmarktes ist wohl zum großen Teil eben auf den Einfluß der Deutschen zurückzuführen, die das östliche Oberitalien wegen seiner Messplätze und leichteren Erreichbarkeit dem westlichen vorzogen. Ein zweiter Umstand, der zur Verlegung des toska nischen Safranstapels in die Poebene führte, war wohl der, daß hier der natürliche Sammelpunkt auch der Safranpro duktion der übrigen italienischen Anbaustellen war. Safran aus den Abruzzen, den Marken, Apulien und der Lombardei strömte hier zusammen. Das bedeutendste unter diesen italienischen Anbaugebieten ist das von Aquila in den Abruzzen. Hier wird der Zymmat-, Zyma- oder Zyman- safran gebaut. Wie schon gesagt, ist es wohl möglich, daß er sich hier in dem abgeschlossenen Hochtale des Aterno von der Antike her erhalten hat. Als wichtig für den Handel erscheint er erst anfangs des 14. Jahrhunderts bei Pegolotti, der die Güte des Abruzzensafrans zwar der des toskanischen nachstellt, ihn aber vor dem aus den Marken und Katalonien rühmt. 1316 erhalten die Aquilaner, die Safran im König reich Neapel verkaufen, einen Freibrief von Karl II. Als Hauptmarkt erscheint Aquila auch bei Uzzano 1442, in dem venetianischen Handelsbuch des Pasi 1521 ä ) und in den auf den Handel der Deutschen bezüglichen Quellen. Auch Lan- ciano spielt bei Pasi als Safranverkaufsplatz eine Rolle. Ferner nennt er das Aquila benachbarte Sermona (Sul- mona?), Im 15. Jahrhundert muß der Handel der Floren tiner hierher ein lebhafter gewesen sein. Uzzano verzeich« 1) Gothein: a. a. 0. S. 157 ff. 2) (Barth, di Pasi) Tariffa de pesi e mesure correspondenti dal Levante al Ponente. Venezia 1521. 2