23 der Deutschen möglich. Im deutschen Handel ist sehr be kannt die Sorte Pronigeller, Bronochel, Brunickel, Sie weist auf den Ort Brunequel am Aveyron in Languedoc und auf das Albigeois als ein Anbaugebiet französischen Safrans. In dem benachbarten St. Antonin am Aveyron besitzt das Kapitel den Safranzehnten *). Im Albigeois wächst auch der sogen, marokkanische Safran 1 2 3 ). Mitte des 16. Jahr hunderts erhalten wir dann durch den Nürnberger Lorenz Meder ’) des Näheren Aufschluß über die Orte, die hier für den Safranhandel in Betracht kommen. Er kennt außer den Sorten Prunischer und Marokkin auch den Mirabel, wohl von der Stadt Mirabel nördlich vom Aveyron. Als Märkte dieser Gegend nennt er St. Antonie (St. Antonin) und Cordiß (Cordes, nördlich von Albi). Auch südlicher ist der An bau verbreitet. Ein Markt des 16. Jahrhunderts ist Casal- nodariy (Castelnaudary am Kanal du Midi, zwischen Tou louse und Carcassonne). Casa da Lofferta oder Casa Lofferta (?) hat ebenfalls in dieser Gegend ein eigenes Safrangewicht. Von Lyon aus führen die Deutschen den albigensischen Safran in ihre Heimat. Besonders beliebt ist er in England. In den Papieren der Ravensburger Ge sellschaft heißt es: ,,aer me schliss haut in Engolant denn Kain saffra der Belligier haut niena denn schliss noch kain saffra, weder Ort noch Tuscha in diser art auss Bronocher“ 4 5 ). Von Rouen und Harfleur aus exportieren französische Händler ihn nach England. Bis in die Neuzeit bleibt der Safran eines der Hauptprodukte des Albigeois *). Auch dieser südfranzösische Safrananbau mag wohl auf den Einfluß der Kultur Spaniens zurückgehen, mit dem Süd 1) Bose: Memoires de Rovergue. 1797. III. S. 76. 2) B. Greiff: Das Tagebuch des Lukas Rem. 26. Jahresbericht des hist. Vereins von Schwaben und Neuburg 1861. S. 6f. 3) Lorenz Meder: Handel-Buch, darin angezeigt wird, welcher Gestalt inn den fürnembsten Handelstetten Europa allerley Waren etc. Nürnberg 1558. 4) Ravensburger Geschäftspapiere. 83. 5) Guilleaume du Catel: Mamoirs de l'histoire du Languedoc. Toulouse 1633. S. 50.