34 aus dem Zollbuch wenig zu erschließen. Anscheinend haben sie eine ständige Warenniederlassung in Barcelona. Es ist jedoch nicht zu erkennen, ob diese zeitweise durch spanische Angestellte verwaltet wird, oder ob die Gesellschaft, was wahrscheinlicher ist, einen ständigen deutschen Vertreter dort hat. Ein deutscher Faktor wird fast in jedem Jahr hin gesandt und nimmt die Geschäfte in die Hand. Die zweite Quelle, die hier in Betracht kommt, sind Geschäftskorrespondenzen, Rechnungen und Notizbücher der Ravensburger Gesellschaft. Die für den spanischen Handel wichtigeren Papiere stammen aus den Jahren 1477 bis 80, doch ziehen sie sich bis 1523 hin. Sie geben nicht nur Nachricht über den Safranhandel der Ravensburger und seine Bedeutung innerhalb der anderen Safrangeschäfte des Mittelalters, sondern sie sind auch die ersten Zeugnisse für die eigenartige Organisation, die das Safrangeschäft ent wickelt hat und in der die Ravensburger Gesellschaft für die großen Firmen des 16. Jahrhunderts vorbildlich gewesen ist. Um die Tendenzen, durch welche diese Organisation bedingt ist, klarzulegen, möge hier ein kurzer Ausblick folgen, der zum Teil einige erst später im Zusammenhang zu behan delnde Tatsachen streift. Charakteristisch für das Safran geschäft sind die Preisschwankungen, denen der Safran mehr als eine andere Ware ausgesetzt ist, und die ihm einen wesentlichen Charakterzug in dem Mangel an Stetigkeit ver leihen. Schon aus den Eintragungen des Zollbuchs geht her vor, wie der Geschäftsbetrieb der einzelnen Jahre schwankt. So bewegen sich die ausgeführten Quantitäten in Dezember und Januar, den beiden Hauptmonaten, die für den Export in Frage kommen, zwischen 256 u. 2549 Pfd. bezw. 0 oder 122 und 3639 Pfd. — Durch welche Faktoren sind die Safranpreise bedingt? Konstant wirkt der Unterschied der Sorten. Vor 1300 scheint er noch keine Bedeutung gehabt zu haben. Noch wird keine Sorte gesondert bezeichnet, selbst der Kursbericht der Tolomei von den Champagner Messen zeichnet nur „Safran“preise auf. Seit dem 14. Jahrhundert beginnt man die einzelnen Sorten verschieden zu schätzen, und Ende des 15. Jahrhunderts bestehen Schätzungs- und