Preisunterschiede in Italien zwischen Zima, Putsch, Tusch- gan und Lombard (den Sorten seien hier ihre im Handels verkehr gebräuchlichen Namen gegeben), in Spanien zwischen Belegier und Ort, in Frankreich zwischen Brunickel und Lyoner. Einige Beispiele mögen die Preisunterschiede kenn zeichnen, 1434 erzielt der Ort in Spanien 30 s,, der Bele gier 24 s. Im Lauf des Jahres 1480 werden für den Ort Preise bezahlt von 30—35 s. Im April 1480 wird in Urgel Safran zu 16—17 s. eingekauft '). Ähnlich groß sind die Preisunterschiede der beiden französischen, geringer die der italienischen Sorten ! ). Ein zweiter preisbildender Faktor ist das Verhältnis zwischen der jährlichen Nachfrage und dem Angebot der jährlichen Ernte. Die Nachfrage ist so stark, daß das An gebot einer Ernte ihr im Lauf des Jahres eben genügt. Gegen Ende des Erntejahres werden die Vorräte knapp, und die Preise steigen, bis die Hauptmassen der neuen Ernte auf dem Markt sind. Dieser Umstand bewirkt also eine all jährliche Preisschwankung. Regelmäßig ist diese insofern, als sie durchschnittlich in jedem Jahr ein tritt. Ihre Größe hängt von den verschiedensten Umständen ab, und es bleibt daher eine Frage, ob die folgende Kurve, die aus den von der Ravensburger Gesellschaft im Geschäftsjahr von Oktober 1479 bis Oktober 1480 in Nürnberg erzielten Preisen ') zu sammengestellt ist, in anderen Geschäftsjahren nicht viel leicht eine noch markantere Form aufweist. Auch in Spanien beobachtet Häbler ein jährliches Anschwellen der Preise. Ein willkürliches Element kommt in die Preisbestim mung hinein durch den Ausfall der Ernte. Mehr als bei gewöhnlichen Produkten des Garten- und Feldbaus ist bei dem Safran die Schätzung der Ernte eine schwankende. Erst in vorgerückter Jahreszeit öffnen sich die Blüten, und leicht wird die feine Narbe durch Frost und Nässe verdorben. Miß ernten sind daher häufig. Auch wird jede Ernte anders ge- 1) Bei diesen Preisangaben ist allerdings auch immer eine etwaige Verschiedenheit der Münzsorten in Betracht zu ziehen. 2) Belege und weitere Preise s. S. 66 ff. 3) Rav. Pap. 65.