45 — Die zweitbedeutendste Stelle unter den deutschen Kaufleuten in Barcelona nimmt Anfang des 15. Jahrhunderts ein Kölner ein: Johann de Colonia. Zwar ist er in Barcelona naturalisiert, doch besteht seine Gesellschaft zu einem Viertel bis zur Hälfte aus anderen Deutschen, und die Natur der Waren, die er importiert — hauptsächlich Erzeugnisse der niederrheinischen Metallindustrie — weist auf dauernden Zasammenhang seiner Geschäfte mit seiner Heimat. Er führt in den sechzehn Jahren des Zollbuchs 19 000 Pfund Safran aus Barcelona aus '), 1430 überdies aus Saragossa 2481 Pfund im Wert von 2223 1. 18 s. 5 ). Ein Simon de Colonia führt 1428 Safran im Wert von 145 1. aus 5 ). Im 16. Jahrhundert haben auch die Welser Beziehungen zum spanischen Safranhandel. 1503 haben sie noch keine ständige Niederlassung in Saragossa, sondern der Lyoner Faktor Lukas Rem reitet von Lyon aus zum Einkauf dort hin * 3 4 * * 7 ). 1509 scheint Saragossa ein eigene Faktorei zu haben. In diesem Jahr stirbt Conrad Vöhlin dort nach längerem Aufenthalt'). An Umfang übertreffen die Safran-Geschäfte der Welser 1515 die aller übrigen Firmen 6 ). Eine Reihe anderer deutscher Safranhändler in Spanien, die nicht zu lokalisieren sind, mögen noch folgen: Johann Guarli, der in 5 Jahren 4000 Pfund Ausfuhr aus Barcelona verzeichnet ’), Johann Closi (in drei Jahren ca. 220 Pfund), Gabriel Car- man, Guillermo Gosoffre, Johann Ronoff, Enrich Barber, Enrich Cubier (Cubri), Nort fc ). Von den französischen Anbaugebieten kommt für den deutschen Handel des Mittelalters nur das albigensische des Brunickel und das von Lyon in Betracht, Zentrale des deutschen Handels ist hier Lyon mit seinen vier Messen im Januar, zu Ostern, im August und November. Von hier aus werden sowohl die Einkäufe im Lyonnais bewerkstelligt 1) Häbler X. 338. 2) Zollbuch von Saragossa. 3) Häbler XI. 369. 4) Vgl. B. Greift: Das Tagebuch des Lukas Rem. 26. Jahres bericht des hist. Ver. v. Schwaben u. Neuburg. 1861. S. 6 ff. 5) Häbler XI. 29 f. 6) Rav. Pap. 23. 7) Häbler X. 338. 8) Häbler XI. 356 ff.