73 Aquarellmalerei. Auch Goldbuchstaben werden manchmal mit Safran hergestellt. Pierre von S. Omer macht auch auf die Sortenunterschiede aufmerksam und schätzt den italieni schen und spanischen vor dem französischen Safran. Nicht nur bei diesen Theoretikern, auch in der Praxis finden wir den Safran zur Malerei benutzt. So vermerken die Bücher eines neapolitanischen Klosters eine Ausgabe für Safran zum Bemalen einer Tür ’). Die Verwendung in der Seidenfärberei geht aus einer Abhandlung über die Florentiner Seidenindustrie aus dem 16. Jahrhundert hervor 1 2 3 ]. Ein besonderes Kapitel Del tignere giallo di zafferano gibt dem Färber Anweisung über die Benutzung dieses Farbstoffs, Dreiviertel Unzen Safran reichen hin, um 1 Pfund Seide zu färben, während von den andern aufgeführten Farbstoffen durchweg weit größere Quantitäten nötig sind. Wegen dieser intensiven Wirkung stellt sich auch die Färberei mit Safran billiger als die mit den meisten anderen Farbstoffen. In weit bedeutungsvollerem Lichte würde der Safran handel erscheinen, wenn sich die Verwendung des Safrans auch für die Färberei von Baumwoll- und Leinengeweben nachweisen ließe. Wohl kennt die Literatur den Safran als Farbmittel, so das spätmittelalterliche Gedicht des „Teufels Netz" *). Es erzählt u. a., wie der Teufel das Gesinde zum Stehlen verleitet, so auch die Magd, die den Kittel mit Safran färbt. „Färwt ain denn den kittel gelen Si sol wol vier lot davon stelen. Das ist och ain hofflicher list: Ist denn das da saffran brist Und nit genuog gel wil werden, So was kam saffran ietz uff erden Der boeser ze färwen waer, Also macht si ir ain maer.“ 1) Faraglia S. 112. 2) L'Arte della seta in Firenze. Trattato del secolo XV pubblicato da Girol. Gargiolli. Firenze 1868. 3) Herausgeg. von Barack. Stuttgart 1863, Zeile 1219 ff.