5 zu starken Vermehrung der Bevölkerung zuschreibt, die es dahin ge bracht hätte, daß die Ackerlose für den Einzelnen zu klein geworden wären, sondern er behauptet * *): „alle Weit hätte bei dieser Einrich tung gewonnen, weil jeder, indem er sich einer einzigen Art der Arbeit widmete, damit viel besser fortkam“. Hier tritt der Fehler, den die Physiokraten mit der Ausschaltung des Kapitals aus der Reihe der Produktionsfaktoren begangen haben, zutage. Es ist interessant genug, zu beobachten, wie sich hieraus die stärksten Widersprüche in Turgots Abhandlungen entwickeln, um die wörtliche Anführung eines dieser Widersprüche zu rechtfertigen: in § 4 heißt es: „Alle Welt gewann bei dieser Einrichtung“ (Austausch von Arbeit gegen Produkte). Dagegen wird gleich in den beiden folgenden Paragraphen der Unterschied der beiden so entstandenen Bevölkerungsklassen: Landwirte und Handwerker, dahin charakterisiert, daß „jene durch ihre Arbeit mehr produzieren, als sie zur Deckung ihrer persönlichen Bedürfnisse nötig haben“ *), diese dagegen nur soviel, daß sie „gerade ihr Dasein fristen können“ 8 ). Also: der Bevölkerungsteil, der früher als landbebauender mehr als seinen notdürftigen Unterhalt sich er arbeitet hatte, sieht jetzt seinen Lohn auf das beschränkt, was zu seiner Erhaltung unbedingt notwendig ist; aber es gewinnt doch alle Welt hei dieser Entwickelung? Wie reimt sich das zusammen? Die Tat sache, daß die Menschheit große Fortschritte gemacht hat, liegt klar zutage; in der Beweisführung liegt der Fehler auch nicht, denn es ist ebenso unbestreitbar, daß die Arbeitsteilung die Förderin alles Fortschrittes ist, wie, daß da, wo der Arbeit noch der Grund und Boden als zweiter Produktionsfaktor zu Hilfe kommt, also beim Land bau, mehr Werte erzeugt werden müssen, als da, wo die Arbeit allein wirkt, wie beim Handwerk. Wenn der Fehler aber nicht im Beweise liegt, so muß die Voraussetzung falsch sein, d. h. wir kommen mit den beiden Produktionsfaktoren Natur und menschliche Arbeit allein nicht aus. Nach dieser kurzen Abschweifung wird es nötig sein, das bisher Gesagte noch einmal kurz in einem Satz zusammenzufassen. Die Physiokraten stellen also die Behauptung auf, daß nur die Vereinigung von Natur und menschlicher Arbeit imstande ist, neue Güter zu schaffen und daß die stoffveredelnden Gewerbe dieses nicht können. Wir haben vorhin die Unhaltbarkeit dieser Behauptung an Turgots *) Turgot, a. a. 0., § 4, 3. Abs. 2 ) Ders., a. a. 0., § 5 (S. B). *) Ders., a. a. 0., § 6 (S. 5).