12 Das nötigt uns kurz darauf einzugeken, aus welchen Bestand teilen nach Adam Smith der Wert einer Sache bestehen kann. Seine Wertlehre ist leider nicht unbestritten klar. Fast all gemein sehen wir die Anschauung vertreten, daß er die Arbeit als einzigen Wertfaktor ansähe. Darauf stützten nicht nur die Sozia listen ') ihr ganzes System, auch unbedingte Gegner von Kodbertus und Marx sprechen dieselbe Annahme aus * 2 3 ), und die Worte des Adam Smith im 5. Kapitel des ersten Teiles scheinen dem Bucht zu geben. Sehen wir uns aber im 6. Kapitel seine Preislehre der kapitalistischen Produktion näher an, so steigen uns doch Bedenken auf, ob Adam Smith den Satz, daß die Arbeit der alleinige Wertfaktor sei, so un bedingt allgemein gültig hingestellt haben will 8 ). Wie gesagt, un zweideutig klargestellt ist die Frage nicht; wenn wir aber erwägen, daß Preis und Wert volkswirtschaftlich auf gef aßt zusammenfallen 4 5 ), und auch Adam Smith im 5. Kapitel des ersten Buches Wert und Preis als wesensgleich behandelt, so möchten wir uns doch für fol gende Auffassung der Wert- oder Preislehre des Adam Smith ent scheiden : In der allerersten Zeit des Tauschverkehres, wo Grund und Boden noch nicht Privateigentum waren und die Werkzeuge leicht zu be schaffen, war die Arbeit der einzige Wertmesser, der durch alle Zeit räume hindurch den gleichen Wert behielt 6 ). Nach ihr wurde also der Wert eines jeden auf den Tauschmarkt gebrachten Gutes abge schätzt, wobei natürlich auch der verschiedene Grad der Intensität zur Geltung kam. Als aber der Grund und Boden in Privateigentum überging, da verlangte 6 ) sein Besitzer von demjenigen, den er auf seinem Grundstück arbeiten ließ, einen Teil seines Lohnes als Be zahlung für die Erlaubnis, sein Eigentum zu benutzen. Und eben dasselbe trat ein, als sich der Stand der Kapitalisten herausbildete, der es als Erwerbsgeschäft betrieb, andere mit den in ihrem Eigentum *) Marx, Das Kapital, herausgeg. von Engels, Hamburg 1890: I, 13 Eußnote. 2 ) Z. B. Conrad, Politische Ökonomie 1, Jena 1907, S. 16, vgl. aber I, 333. v. Schullern-Schrattenhofen, Die Lehre von den Produktionselementen und der Sozialismus, in Conrads Jahrb. f. Nat. Ök. u. St. N. E. X. Bd., 1885, S. 307. 3 ) Smith, a. a. 0., I, 59: „Die Arbeit mißt den Wert . . . (der Kente und des Gewinnes). Also ist doch nur die Arbeit nicht einziger Wertfaktor sondern bloß Wertmesser. 4 ) Conrad, a. a. 0., I, 18. 5 ) Smith, a. a. 0., I, 41. 5 ) Ders., a. a. 0., I, 68.