18 Aufwendungen, die die Gesamtheit für die Erziehung und Ausbildung ihrer heranwachsenden Jugend macht, unproduktiv, weil sich erst nach 20 bis 30 Jahren, wenn die Kinder zu Männern geworden sind, der Lohn für das aufgewandte Kapital und all die Mühe und Arbeit zeigt? Dies wird wohl niemand behaupten wollen. Wohl aber können wir, wie dies Beispiel zeigt, eine Trennung in der Hinsicht treffen, daß wir direkte und indirekte Produktion unterscheiden. Wir würden dann als direkt produktiv solche Tätigkeiten usw. bezeichnen, die selbst eine Werterhöliung bewirken, während als indirekt produktiv diejenigen angesehen werden müßten, die den Erfolg haben, daß andere Tätigkeit oder anderes Kapital neue Werte schaffen können. Wohl stellt sich die Arbeit des Herrschers, der Verwaltungs juristen, der Beamten, des Militärs usw. nicht in einem greifbaren äußeren Resultate dar, aber wie wollten wir ohne eine staatliche Ordnung auskommen? Smith bestreitet das allerdings nicht, möchte aber die Arbeit des Staates auf die Beseitigung etwaiger Störungen und auf die Garantie der Freiheit des einzelnen beschränkt wissen. Jedes positive Eingreifen des Staates ist ihm ein Greuel. Das Ver mögen des englischen Volkes, so sagt er, ist durch den Fleiß und die Klugheit einzelner, die an der Vermehrung ihres Vermögens ein natürliches Interesse haben, anf seine große Höhe gekommen 5 j und der Staat hat daher nicht die geringste Berechtigung, diese Tätigkeit der Bürger irgendwie zu überwachen oder gar durch Gesetze zu ordnen. Hier wird er sogar — ein seltener Fall bei ihm — ausfallend, indem er das Eingreifen des Staates als „höchste Unverschämtheit und An maßung“ 2 ) bezeichnet. Die Begründungen sind die bekannten, mit denen uns auch heute noch die Anhänger der möglichsten Beschränkung der Staatsgewalt zu überzeugen suchen, an der Spitze das alte Ar gument, daß jeder, da es sich um sein Privatinteresse handle, selbst am besten wissen müsse, wie er sich am vorteilhaftesten betätigen könne. Daß es nicht nur eine unmittelbare, sondern auch eine mittel bare Wertschaffung gibt, hat Smith noch nicht erkannt, es ist erst Mill gewesen, der diese Lücke ausgefüllt hat. Nun noch ein dritter Punkt, der hervorgehoben zu werden ver dient : es ist die zu geringe Beachtung des Seltenheitsmomentes. Ganz übergeht Adam Smith es ja nicht, er erkennt seine Bedeutung bei *) Smith, a. a. 0., II. 98. 2 ) Ders., a. a. 0., II, 99.