20 teilt sich in zwei Teile, einmal das Entgelt für die aufgewandte Arbeit und dann einen „unabhängigen und verfügbaren Teil, den die Erde darüber hinaus gibt“. Bei Adam Smith lesen wir in seinem der Rente gewidmeten Kapitel: die Rente ist der für die Nutzung des Bodens gezahlte Preis, nach Abzug aller Unkosten usw. *), also im Prinzip finden wir bei beiden dasselbe. Es ist eigentümlich, daß Adam Smith das Mangelhafte dieser Erklärung nicht gefühlt hat; da er sich doch über das Wesen der Monopole durchaus im klaren ist, mußte er den Monopolcharakter der Grundrente eigentlich erkennen. Es liegt daher die Annahme nahe, daß er diese Sätze aus dem ihm so sympathischen Physiokratismus in sein System aufgenommen hat. Für uns bedeutungsvoll wird er aber naturgemäß erst da, wo er die physiokratischen Ideen für verbesserungsfähig hielt. Wir können hier wieder zwei Reihen unterscheiden, erstens solche Ideen, die er in ihrem Kern wohl für richtig, aber noch nicht genügend geklärt und ausgebildet ansah, und zweitens solche, die er gänzlich verwarf und durch neue Erklärungen ersetzte. So finden wir, um nur wenige Beispiele hervorzuheben, die Theorie vom natürlichen und vom Marktpreis, die Adam Smith mit solcher Ausführlichkeit behandelt hat, in ihren Grundzügen schon bei Turgot 2 ), wenn auch noch sehr aphoristisch und wenig klar. Da nämlich Turgot, wie wir gesehen haben, in den ersten Zeiten der Wirtschaft das größere und geringere Bedürfnis als maßgebend für die Preisbildung ansieht, so fällt es ihm selbstverständlich schwer, einen natürlichen Preis zu konstruieren, und er spricht daher stets nur von einem Marktpreis, ohne sich darüber klar zu sein, daß dieser jenen not wendig voraussetzt. Noch wichtiger für uns ist die Unterscheidung von produktiver und unproduktiver Arbeit, die wir gleichfalls bei beiden vorfinden 3 ); nur gebraucht auch hier Turgot diese Ausdrücke in ganz anderem Sinne als Smith. Gemäß der physiokratischen Lehre bezeichnet er alle rohstofferzeugende Arbeit als produktiv, weil sie dem Nationaleigentum neue Güter hinzufüge, alle sonstige Arbeit aber als steril, weil sie nur schon vorhandenen Gütern eine andere Gestalt gäbe. Daß man nicht alle Arbeit als gleichwertig betrachten dürfe, daß also an der Unterscheidung als solcher etwas richtig sein müßte, hat Adam Smith erkannt, nur durfte sie für ihn, den Begründer der Lehre von der Produktivität des Kapitals, nicht in diesem Sinne *) Smith, a. a. 0., I, 201. 2 ) Ders., a. a. 0., I, 76 ff. Turgot, §§ 34, 35 (S. 23, 24). 3 ) Ders., a. a. 0., II, 77 ff. Turgot, § 5 (S. 3).