29 und wir denken, es wird genügen, wenn wir hier am Anfang darauf hinweisen, daß im folgenden unter „Reichtum“ stets eine konkrete Gütermenge zu verstehen ist. Als nähere Definition finden wir an gegeben: Reichtum ist die Summe aller Güter, die von menschlicher Arbeit erzeugt sind und aufbewahrt werden, um zur Befriedigung von Bedürfnissen zu dienen. Dreierlei muß also Zusammenkommen, wenn ein Gut im wirt schaftlichen Sinne entstehen soll: erstens menschliche Aabeit muß es geschaffen haben, also nicht bloß Naturkräfte, zweitens es muß zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse geeignet sein, und drittens: es muß sich auf bewahren lassen können 1 ). Wenn diese drei die Vor bedingungen für das Vorhandensein von „Gütern“, um uns kurz aus zudrücken, sein sollen, so müßten sie auch neben anderen Wertfaktoren mitbestimmend für die Höhe des Wertes sein: d. h. ein Ding, das viele Arbeit gekostet hat, zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse hervorragend geeignet ist, und sich zugleich sehr leicht aufbewahren läßt, und muß wert sein, als ein Gut, daß diese drei Eigenschaften uur in geringerem Grade besitzt. Dies würde sich aus den von Sismondi aufgestellten Vorbedingungen ergeben müssen. Aber was lesen wir im nächsten Kapitel?: wo die Anfänge des Tauschverkehrs geschildert werden sollen ?: es gibt drei Grundlagen für die Bestimmung des Preises, also des äußeren Ausdruckes für den Wert der Tausch gegenstände: erstens die Dringlichkeit des Bedürfnisses, zweitens die Menge Arbeit, die die Herstellung des Gutes erfordert hat, und drittens die Zeit, die dazu nötig gewesen ist * 2 3 4 5 * * ); wobei zu beachten ist, daß es ausdrücklich heißt: der Austausch habe die Natur der »richesse“ nicht im geringsten verändert 8 ). Man kann also nicht mit dem Einwande kommen, für die Tauschverkehr seien die Bedingungen andere als für den isolierten Menschen. Reihen wir zu diesen beiden sich widersprechenden Stellen noch eine dritte *) B ), die besagt, daß aller Preis, den ein Ding erhalten kann, einzig und allein in der *) Sismondi, a. a. 0., I, 64. *) Ders., a. a. 0., I, 69: „Ce sont les bases du prix “ 3 ) Ders., a. a. 0., I, 69: L’echange n’avait point altere la nature de la richesse “ 4 ) Ders., a. a. 0., 1, 60: „Tont ce ä quoi l’homme met du prix est cree par son industrie “ 5 ) v. Schullern-Schrattenhofen (a. a. 0„ S. 308) nimmt diese letztere Wert theorie als die einzige Sismondische an, aus welchem Grunde ist nicht recht er sichtlich; er scheint die oben angeführten Widersprüche übersehen zu haben.