35 auch Smith und Mill von dem aller ursprünglichsten Zustand des Menschen aus, in dem er gänzlich isoliert den Kampf ums Dasein führen mußte. Hier, wo er auf sich allein angewiesen ist, treten die drei Bestimmungsvermögen des Menschen klar zutage*). Der Mensch fühlt ein Befiirfnis: der Geist als erstes Vermögen erkennt alsbald ein Ding als geeignet zur Befriedigung, der Willen faßt den Entschluß sich dieses Ding anzueignen, die materielle Kraft endlich führt den Entschluß aus. Es treten sich also von Uranfang an zwei Faktoren gegenüber: die Natur, die den Menschen die Stoffe zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse liefert, und der Mensch, der mit seiner Arbeit diese Stoffe seinen Zwecken dienstbar macht. Sobald diese Besitzergreifung stattgefunden hat, nennt Rodbertus das so okkupierte Ding ein Gut. Indem nun Rodbertus diesen einfachen Vorgang von zwei verschiedenen Standpunkten aus, dem naturhistorischen und dem wirtschaftlichen, betrachtet, kommt er zu zwei gänzlich verschiedenen Resultaten * 2 ). Vom naturhistorischen Standpunkt aus sieht er das materielle Gut als Produkt aller beteiligten Elemente an, gibt also hier zwei Pro duktionsfaktoren, Natur und menschliche Arbeit zu. Der wirtschaft lichen Auffassung gemäß ist das Gut jedoch unmittelbares Produkt der materiellen Kraft des Menschen; er führt dafür folgenden Beweis: Die Natur sowohl mit ihren Kräften und Stoffen, wie die in drei einiger Verbindung stehenden Kräfte des Menschen haben Anteil an der Hervorbringung des Gutes. Vom wirtschaftlichen Standpunkte aus sieht man aber einen sehr wesentlichen Unterschied zwischen den verschiedenen Anteilen 3 ). Der Aufwand der beschränkten bewegenden Kraft des Menschen bei der Besitzergreifung, d. h. Erarbeitung eines Gutes, ist für ein anderes Gut nicht mehr zu machen. Durch diese Unwiderbringlichkeit des Aufwandes wird das ihn machende Subjekt getroffen. Die begreifende, die Idee zum Gute leitende Kraft des Menschen dagegen ist ebensowenig beschränkt und abnutzbar wie die bestimmende, die Arbeit leitende. Der Anteil der einen wie der anderen Kraft an der Erzeugung des Gutes ist also kein Aufwand 4 ). Wie steht es nun mit dem Anteil der Natur an der Hervorbringung eines Gutes? Allerdings muß er als ein Aufwand angesehen werden, *) Kozak, a. a. 0., S. 31. 2 ) Rodbertus, Zur Erkenntnis uns. staatswirtschaftl. Zust., S. 7, 8. 3 ) Ders., Zur Beleuchtung der sozialen Frage, herausg. von Wirth, Berlin 1890, S. 69. 4 ) Ders., Zur Erkenntnis uns. staatswirtschaftl. Zust., S. 7 ff. 3*