42 Gemeinsames, was alle Güter haben; da gibt es nun nach Marx nichts anderes, als die Menge Arbeit, die auf die Herstellung des Gutes ver wandt worden ist oder wie Marx sie nennt, die quantitative Arbeit, und zwar, da der eine schneller arbeitet, der andere langsamer, die durch schnittliche gesellschaftliche Arbeit 1 ). Von dieser Form der Arbeit, die den Tauschwert der Güter bestimmt, unterscheidet er die qualitative, zweckbestimmende Arbeit, die darauf gerichtet ist, dem Produkt eine ganz bestimmte Eigenschaft zu verleihen. Es sind dies aber nicht etwa zwei verschiedene Arbeitsarten, sondern nur zwei Seiten ein und derselben Arbeit, indem diese das eine Mal nach ihrem Zwecke, das andere Mal nach ihrer Menge beurteilt wird, oder in dem einen Falle nach ihrer Qualität, im anderen nach ihrer Quantität; die qualitative Seite der Arbeit gibt dem Produkte den Gebrauchswert, die quantitative den Tauschwert. Selbstverständlich ist der Gebrauchs wert der ursprünglichere von den beiden, und es kann ein Gut nie irgendwelchen Tauschwert haben, der nicht von einem Gebrauchswert getragen wird 2 ). Diese Unterscheidung ist es, auf die Marx den Charakter unserer heutigen Wirtschaftsform, der kapitalistischen Wirt schaft, zurückführt. Wie sie entstanden ist, können wir hier, da es uns zuweit führen würde, übergehen, es kommt uns bloß auf eine systematische Erklärung an: Der Kapitalist der heutigen Zeit, der die Güter nicht mehr selbst herstellt, sondern sie durch andere verfertigen läßt, muß mit seinem Kapital alles zum Arbeitsprozeß Notwendige sich kaufen, und zwar zweierlei, erstens die Produktionsmittel, das sind die Arbeits gegenstände und die Arbeitsmittel, zweitens die Arbeitskraft. Beide vereinigen sich im Arbeitsprozeß und bringen dadurch das Produkt hervor, das natürlich dem Kapitalisten gehört, der sowohl die Pro duktionsmittel wie die Arbeitskraft mit seinem Gelde bezahlt hat 8 ). Da es ihm nicht auf den Gebrauchswert der Waren ankommt, diese vielmehr zum Austausch bestimmt sind, so ist ihr Tauschwert maß gebend, der sich aus den Kosten der Arbeitsgegenstände, Arbeits mittel und der Arbeit zusammensetzt. Der Kapitalist würde also am Schlüsse des Produktionsprozesses genau soviel Tauschwerte wieder herausbekommen müssen, wie er in den Anschaffungskosten hinein gesteckt hat. Dies kann aber nie und nimmer die Absicht des ') Marx, ,a. a. 0., I, 12. 2 ) Ders., a. a. 0., I, 7. 3 ) Ders, a. a. 0., I, 147 ff.