49 Streichhölzer spart. Betrachten wir aber das von Brentano allgeführte Beispiel vom Wöhle der Gesamtheit aus, so kann kein Zweifel dar über bestehen, daß der Brand einer belagerten Stadt Werte vernichtet, also nie eine Produktion sein kann. 2. „Wieviel Erfinder haben nicht bittere Not leiden müssen, weil ihre Produkte von denen, denen sie zunächst geboten wurden, nicht als geeignet für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse erachtet wurden!“ r ) Hier ist der Ton auf das Wörtchen „zunächst“ zu legen; nicht darauf kommt es an, wann die Erfindung Werte schafft, wenn sie es nur überhaupt tut; und in dem Augenblick, wo sie durch den ersten, der sie auszunutzen versteht, der Allgemeinheit einen Wert zuwachs gebracht hat, hat sie angefangen produktiv zu sein. Versinkt sie, ohne jemals einen Wert geschaffen zu haben, in das Meer der Vergessenheit, so war sie zwar eine interessante Geistesarbeit, aber nie eine Produktion. Damit, daß es nicht vom Produzenten allein abhängt, ob eine Arbeit produktiv ist oder nicht, hat Brentano unbe dingt recht. Wir sehen aber dadurch lediglich den Unterschied zwischen Arbeit und Produktion bewiesen. 3. Als drittes Beispiel führt Brentano das Schicksal eines Bildes an * 2 3 ), das je nach dem Geschmack des Publikums höher oder geringer bewertet wurde. Hierzu ist nur dasselbe zu bemerken, wie zu dem vorigen Abschnitte. 4. Als weiteres Argument gegen die Behauptung, daß Produzieren identisch sei mit Wertschaffen, finden wir die geringe Bewertung der Heimarbeit erwähnt 8 ), die in gar keinem Verhältnis zu den aufge wandten Fleiße stehe. Der Verdacht, der sich bei der Beantwortung des vorigen Ein wurfs leise in uns geregt hat, bestätigt sich jetzt voll und ganz: Bren tano hat, ohne daß er es merkt, die Front gewechselt und bekämpft jetzt die Karl Marxsche Werttheorie, die in der auf gewandten Arbeit den alleinigen Maßstab des Wertes sieht. Hier erringt er einen leichten Sieg, denn die letztere Theorie ist tatsächlich unhaltbar. Was er mit diesem Beispiel beweist, ist zweierlei: erstens, daß die Arbeit von ver schiedener Produktivität sein kann, was wir ihm gern zugestehen wollen, und zweitens beweist er, allerdings wider Wissen und Willen, daß wir einen Unterschied zwischen „Arbeiten“ und „Produzieren“ machen müssen. ') Brentano, a. a. 0., S. 10. 2 ) Ders., a. a. 0., S. 10. 3 ) Ders., a. a. 0., S. 11. 4