4 Entstehung Die Alpen und der Jura sind Faltengebirge; sie »n^desAu-a verdanken ihre Entstehung dem Schrumpfen der Erd rinde. Das glühendheiße Erdinnere verliert durch Ausstrahlung allmählich an Wärme. Infolge der Ab kühlung zieht es sich zusammen. Die starre Erd kruste wird im Verhältnis zum schwindenden Erd kern zu groß; sie sinkt ein und legt sich, gleich einem zu groß geschnittenen Kleid, in parallel lau sende Falten. Eine solche Runzelung erstreckt sich über weite Flächen und schiebt die Gesteinsschichten zu Falten- oder Kettengebirgen zusammen. Die Stärke des Zusammenschubs ist bei den einzelnen Gebirgen recht ungleich. Im Jura sind die ursprünglich wag rechten Gesteinsbänke nur schwach wellenförmig ver bogen; die Falten laufen meist mit breiten Zwischen räumen, ohne einander zu stören, dahin. In den Alpen war der Schub viel kräftiger; die Falten er scheinen hier eng zusammengedrängt, übereinanderge- schoben, bisweilen so gepreßt, ineinandergeknetet oder zerrissen, daß es oft schwer hält, dem Verlauf der einzelnen Gesteinsschichten zu folgen. Eine noch größere Schwierigkeit, den Aufbau der Alpen kennen zu lernen, liegt darin, daß die äußeren Formen des Gebirges heute ganz andere sind, als die Auffaltung allein sie zustande gebracht hätte. Als das Gebirge sich zu heben begann, da fing die Verwitterung an, die gehobenen Felsmassen zu zerstören; das fließende Wasser und das Eis führten fortwährend die Trümmer weg und gruben allmählich tiefe Täler in den Gebirgskörper ein. In Jahrmillionen langer Zer störungsarbeit sind die Alpen um ein Drittel ihrer Höhe abgetragen und durch reich verzweigte Tal furchen zerrissen worden; sie sind nur noch eine Ruine des einstigen Baues. Im weit jüngern Jura hat die Verwitterung die ehemaligen Formen des Gebirges nicht so stark zu ändern vermocht. Die Falten treten hier deutlich zu Tage; einzelne unter ihnen, wie