12 Lawinen. Lawinen verbauung Nur aus der Ferne gesehen scheint die Schnee grenze als ungefähr horizontale Linie dem Gebirge entlang zu verlaufen. In der Nähe betrachtet löst sich der untere Rand der Schneefelder in größere und kleinere Schneeflecken auf; in schattigen Mulden und Gräben gehen sie weiter talwärts als an sonnigen Stellen. Die Schneegrenze wird so zum breiten Strei fen, in dem Schneeflächen und schneefreier Boden ineinandergreifen. Am sonnigen Südhang schmilzt der Schnee weiter hinauf weg, als auf der Nordseite der Berggruppe; die oben angeführten Höhenzahlen geben den Durchschnitt an. Der Schnee der höheren Lagen zergeht nur zu einem Teil unter der Wirkung der Wärme. An stei len Stellen, besonders häufig in Gehängefurchen, rutscht er in gewaltigen Massen ab; es sind die L a - winen. Bei kaltem Wetter fährt der pulverige Schnee, durch Windstöße in Bewegung gesetzt, zur Tiefe. Der Luftdruck vermag weit über die Lawi nenbahn hinaus den Wald und die Häuser nieder zuwerfen. Die Lust ist dann mit feinem Schnee staub erfüllt; daher die Bezeichnung Staubla wine. Bei Tauwetter, vorab im Frühling, gerät der schwere, klebrige Schnee größerer Gehängeflä chen ins Gleiten, reißt den Boden auf und stürzt krachend ins Tal hinunter, alles begrabend, was im Wege liegt; das ist die G r u n d l a w i n e. Die La winen treten fast immer wieder an denselben Stellen, den deutlich in die Halden eingegrabenen Lawinen zügen auf. Durch das Aufforsten und Verbauen des Abrißgebietes gelingt es, den Schnee am Rutschen zu verhindern. Mauern und Flechtwerk halten den Schnee fest (Siehe Kartenbeilage Nr. II, nördlich und südlich von Andermatt). Es werden Pfähle in den Boden geschlagen, wie um die Schneedecke fest zunageln. Ist es nicht möglich, das Abrutschen des