14 Schwank ungen. Eiszeit. Eiszeitliche Talformcn. Eismasse gerundet oder zermalmt. Der Gletscher lagert dann den gesamten Schutt an seinem Ende in bogen förmigem Wall als Endmoräne ab. Die Größe der Gletscher hängt von der Schnee menge und der Wärme ab. Bei anhaltend hoher Temperatur ist das Abschmelzen stärker als der Nachschub an Eis; der Gletscher schwindet. Eine Zunahme des Niederschlags in fester Form läßt ihn anschwellen und wachsen. Seit der Mitte des vo rigen Jahrhunderts sind fast alle Gletscher der Alpen im Rückgang begriffen. Der Rhonegletscher ist seit 1856 um l 1 / 2 km kürzer geworden. Die heutigen Schwankungen der Gletscher er scheinen geringfügig im Vergleich zum gewaltigen Rückgang, der nach der Eiszeit eingetreten ist. Damals, in weit entlegener Zeit, lag die Schnee grenze wenig über 1000 m Meereshöhe. Große Eismassen erfüllten die Täler und breiteten sich am Alpenausgang fächerförmig aus; der größte Teil des Mittcllandes lag so unter einem Eiskuchen begraben. Wie weit und wie hoch das Eis reichte, ist an den Moränen jener Gletscher und den aus den Alpen herausgeschleppten erratischen Blöcken oder Findlingen zu erkennen. Der Rhonegletscher z. B. erfüllte den südwestlichen Winkel des Mittellan des; er dehnte sich, vom Wall des Jura abgelenkt, einerseits bis Lyon, anderseits bis unterhalb Solo thurn aus; beim Austritt aus den Alpen bedeckte das Eis die Felssohle in einer Mächtigkeit von über 1000 m. Unter dem Druck solcher Eislast nutzte die an der Sohle mitgeschobene Grundmoräne den Felsboden ab; das Gletscherbett wurde ausgeschlif fen und vertieft. Während der Fluß allein ein Tal mit V förmigem Querschnitt gräbt, höhlte der Glet scher die Flußrinne zu einem II förmigen Tale aus, dessen flacher Boden und steile Wände an einen