16 Wert der Talformen für den Menschen. Terrassen - dörser. Kraftwerke. Fremden- indnstrie. Die Steilwände und die Gehängeterrassen der Täler, die Wasserfälle, Schluchten und Seen ma chen einen Hauptreiz der Alpenlandschaft aus; sie sind aber auch für die Bewohner, ganz besonders für ihr Erwerbsleben bedeutungsvoll geworden. Die Menschen bevorzugen für die Alpwirtschaft den schwach geneigten Boden der sonnigen Terrassen; hoch über der stark bevölkerten Talsohle sind hier eine Reihe von Bergdörfern und vereinzelten Senn hütten entstanden. An der Stufenmündung der Sei tentäler nützen zahlreiche Elektrizitätswerke und Fa briken die Kraft des stürzenden Wassers aus (die Fabriken von Mels und Flums im Seeztal; das Löntschwerk im Kanton Glarus; die Anlagen im Rhonetal). Zum gleichen Zweck baute man Kraft werke an dem Laus des Talflusses, da, wo er über eine Stufe zum nächst tiefer gelegenen flachen Tal stück hinuntereilt. War anfänglich die Industrie auf das Mittelland und den Jura beschränkt, so dringt sie jetzt immer kräftiger auch in die Alpen täler ein, die ihr so reichlich Wasserkraft zur Ver fügung stellen. Die Zahl der Auswanderer hat seit Jahrzehnten stark abgenommen; der sichere Ver dienst in der Industrie hält die Talbewohner in der Heiniat zurück, droht aber auch, der Alpwirt schaft die nötigen Arbeitskräfte zu entziehen. Als Quelle des Erwerbs ist neben der Industrie der Reisendenverkehr von weit größerer Bedeutung ge worden; darin liegt der materielle Wert der land schaftlichen Schönheiten der Alpen. Die Ufer der Gebirgsseen, die Wasserfälle und Schluchten des Gebirges üben auf das Heer der einheimischen und fremden Besucher eine starke Anziehungskraft aus. Wie die althergebrachte Alpwirtschaft, so faßt die moderne Hotelindustrie auf den sonnigen, aussichts reichen Höhen festen Fuß. Auf der Sohle der trog-