17 förmigen Täler verwehren nicht selten die Steil wände den Ausblick zu den Gipfeln und Schnee feldern und erwecken das beengende Gefühl der Ab geschlossenheit (Meiringen, Lauterbrunnen); von den sonnigen Terrassen aber schweift der Blick un gehindert in die Gebirgswelt und durch die Täler hinaus. In solch bevorzugter Lage, hoch über dem Dunst und den Nebeln der Tiefe, sind in der Neu zeit eine Reihe von Kurorten aufgeblüht; so Glivn über dem Genfersee, Mürren und Wengen über km Lauterbrunnental, Beatenberg ob dem Thu- nersee, Axalp ob dem Brienzersee, Seelisberg und Morschach über dem Urnersee, Braunwald ob dem Glarner Linthtal. Die reich verzweigten Täler öffnen dem Verkehr viele und verhältnismäßig bequeme Wege ins In nere der Alpen und durch die Einsattelungen über die Bergketten hinweg. Seitdem die Gotthardbahn und die Simplonbahn den internationalen Schnell verkehr und Gütertransport übernommen haben, dienen die Alpenstraßen und -Pässe zumeist dem Touristen- und Lokalverkehr. Im einzelnen finden die Wege im Stufenbau der Täler manches Hin dernis. Zu den Seitentälern, die einige hundert Me ter hoch über dem Haupttal ausmünden, ist der Zu gang stark erschwert; durch kunstvoll in vielen Win dungen angelegte Straßen sucht man in neuerer Zeit eine bessere Verbindung zu schaffen. Dem Längsverkehr sind die Stufen des Haupttales eben falls recht hinderlich. Die Straße seht in Kehren über die Felsbarrieren hinweg; die Eisenbahn be wältigt sie in Kehrtunnels. In dem Maß wie Straßen und Eisenbahnen das Gebirge erschließen, schwinden die altertümlichen Gebräuche und Ein richtungen, die sich in der Abgeschlossenheit der entlegenen Talschaften herausbilden und bis zur Gegenwart erhalten konnten. FlliMger, Schweiz 2