20 wo beim nächste» Niedrigwasser nur noch Sand oder Schlamm hingelangen konnte. Kies-, Sand- und Schlammbänke griffen so stellenweise ineinander über. Aus den gewaltigen Schuttmassen der Alpen bauten die Flüsse im Vorland allmählich eine nach Norden sich senkende Hochebene auf. Im Laute der Zeit verkittete eingeschwemmter Schlamm wie eine Zement- masse die Gerölle zn Nagelfluh, die Sandkörner zu Sandstein; der tonige und kalkige Schlammabsatz er härtete zu Mergel. Zu einer spätern Zeit gruben die Flüsse Rinnen in ihre eigene Aufschüttung; sie ver tieften und verbreiterten die Furchen zn geräumigen Tälern und zerlegten die Molasse in rundliche oder plateauartige Höhenzüge; das sind die Überreste der einstigen Hochebene. Verdanken Alpen und Jura ihre Entstehung dem Zusammenschrumpfen der Erdkruste, einer vonl Erdinnern her wirkenden Kraft, so sind die Hügel und Berge des Mittcllandes von außen her durch die ausnagende Arbeit der Flüsse geformt worden. Im Gegensatz zu Alpen und Jura haben hier die Gesteinsbänke ihre ursprüngliche, wagrechte Lage beibehalten. Eine Ausnahme macht eine breite Zone am Alpenrand vom Genfersee bis znm Bodensee. Der letzte Teil der Alpenauffaltung ergriff auch die benachbarten Molasseschichten und schob sie zu einem Gewölbe zusammen. Die schräg aufgerichteten Nagel fluhbänke am Rigi, Roßberg und Speer sind ver witterte Überreste dieser Molassefalte. Wiriungen Die Gletscher der Eiszeit überfluteten vom Aus- " eie,ei ‘ gang der Alpentäler her einen beträchtlichen Teil des Mittellandes; außer dem schon genannten Rhone gletscher waren es vor allem die Eisströme aus dem Aare-, Reuß-, Linth- und Rheintal. Sie ver kleideten die Rücken und Täler mit einer mächtigen Schuttdecke und fügten zu diesen großen Zügen der Landschaft einen unendlichen Reichtum von