21 Moränenwällen. Das Gebiet der großen Emme (Napf) und der Thur war zum größten Teil eis frei; hier konnte das rinnende Wasser ungestört ein fein verzweigtes System von Tälern und Tüt chen ausgraben, das in so auffälligem Gegensatz zu den einfach und steif verlaufenden, breiten Glet schertälern steht. In den Mulden, die das Eis im Felsboden ausschürfte, oder hinter Moränen wällen staute sich das Wasser zu Seen. In jeder Größe, bis hinunter zum Teich, beleben sie das Bild des Mittellandes. Die Riedflächen auf feuch ten Gründen liefern der Viehzucht das Streuegras. Die lehmige Erde der Grundmoräne, die weithiu dem Nagelfluh- und Sandsteingrund aufliegt, bietet dem Ackerbau einen fruchtbaren und tiefgründigen Boden. Die Gletscherbäche verschleppten den Kies der Moränen zu den sogenannten Schotterfelderu, die in den ausgedehnten Flußniederungen eine große Fläche einnehmen. Auf diesen trockenen, sonnen durchwärmten Böden findet das Getreide die ihm gut zusagenden Bedingungen. Auf dem ehedem eisbedeckten Gebiet des Mittellandes liegen überall erratische Blöcke zerstreut. An vielen Stellen hat ihre Zahl stark abgenommen, da der Stein als ge schätztes Baumaterial verwendet wurde. Einzelne durch Lage oder Größe bemerkenswerte Findlinge bleiben als Naturdenkmäler vor Zerstörung geschützt. Das Mittelland verniag ungeachtet seiner Anmut gegenüber dem eindrucksvollen Landschaftsbild der Alpen nicht zur Geltung zu kommen. Dafür besitzt es eine Reihe anderer und wichtiger Vorzüge. *Han4* Fruchtbarer und flachliegendcr Boden, ein gegen über Alpen und Jura mildes Klima und die gün stige Verkehrslage haben hier eine große Volks dichte hervorgerufen. In den Alpen sind die stark bevölkerten Talstreifen durch die ausgedehnte, men schenleere Felsen- und Eiswildnis der Gipfel-