28 einzelnen ist auf dem verhältnismäßig kleinen Raum der Schweiz die Wärme sehr verschieden, vor allem wegen der großen Höhenunterschiede: Je höher, desto kälter. Die Lust wird nicht direkt durch die Sonnen strahlen, sondern vom Boden her erwärmt. In der Nähe dieser Heizfläche ist sie am wärmsten: mit zu nehmender Höhe wird sie kühler, im Verhältnis von ungefähr 0,5 0 auf je 100 m. Rauh und unwirtlich sind schon die Kämme und hochgelegenen Täler des Jura. La Brövine im Neuenburger Jura und die Dörfer des Joux- tales zählen zu den kältesten im Winter bewohn ten Orten der Schweiz. In den Alpen führt ein Aufstieg der Reihe nach durch immer kühlere Höhcn- gürtel bis zu jener Höhe, wo bei der geringen Wärme auch im Sommer der Schnee nicht mehr weicht. Vom Alpenfuß bis zum ewigen Schnee der Hochgebirgsgipfel beobachtet man eine ähnliche Abstufung des Klimas und des Pflanzenkleides wie auf einer Wanderung gegen den Pol. Die niedrig gelegenen Landesteile haben gegenüber dem Gebirge den Vorteil höherer Temperaturen, die erst den lohnenden Anbau der Kulturpflanzen ermögli chen und im Verein mit anderen Vorzügen dem Tiefland eine ansehnliche Volksdichte sichern. Solche Gebiete sind das südliche Tessin, das Mittelland, dessen tiefste Lagen am Genfersee auch die wärm sten sind, und der Nordfuß des Jura bei Basel. Die Uferlandschaft des obern Genfersces und die Tcssiner Kurorte Locarno und Lugano verdanken allerdings ihr ungewöhnlich mildes Klima außer der geringen Meereshöhe ebenso sehr dem Schutz vor den Nordwinden und der kräftigen Sonnen strahlung ans die südwärts fallenden Abhänge^). *) Bergt, de» Abschnitt über Fremdenverkehr S. 116.