33 eine Nebeldecke über dem Mittelland, so löst er sie, vom Alpcnrand nordwärts vorrückend, in kurzer Zeit auf. Bisweilen vermag er nicht vollständig durchzudringen; dann ist es bis in die Mitte des Hügellandes hell, während am Jurafuß noch die Nebel stehen. Bei der trockenen Luft befällt den Menschen ein Gefühl der Mattigkeit; der Föhn „liegt ihm in den Gliedern". In gewissen Alpen tälern steigert sich die körperliche und geistige Ab spannung zu einem krankhaften Zustande, zur „Föhnsucht". Lokalwinde. Höhenrücken drängen häufig die untern Luftströmungen aus der ursprünglichen Rich tung und zwingen sie, der Talfurche zu folgen. Die großen abgeschlossenen Felsmulden der Alpen sind relativ windstill; von den Winden des Mittel- landes werden sie kauni berührt. So kann es vor kommen, daß heftige Südweststürme am Wallis und Engadin spurlos vorübergehen. In den Alpentälern entsteht bei ruhigem Wetter eine regelmäßig wechselnde Luftströmung, der Berg- und T a l w i n d. Tagsüber erhitzen sich die Felswände in der Sonne und die Luft strömt tal- einwärts enipor. Gewöhnlich setzt der Talwind in der Mitte des Vormittags ein; er trägt die Feuch tigkeit der Tiefe zu den Berggipfeln hinauf, die sich allmählich in Wolkenballen hüllen. Nach Sonnen untergang sinkt die erkaltete Luft und fließt als Bergwind talauswärts; dann enthüllen sich die Berge und sind häufig bei Tagesanbruch vollstän dig klar. Der Talwind ist weit stärker als die nächtliche Gegenströmung; vielerorts hat er seine Richtung in den Baumkronen abgebildet, die vom Luftzug angeblasen und, Windfahnen gleich, talein- wärts verzogen erscheinen. Auf den Seen am Alpen rand lassen die Schiffer ihre Segelbarken durch den regelmäßig wechselnden Wind treiben; bleibt er aus, Flüätger, Schweiz 3 Lokativs,ide Berg- imfc Talwind