35 Die Zahlen für die Niederschlagsmenge sind Mit telwerte jahrzehntelanger Messungen. Bon einem Jahr zum andern erleidet aber der Regen- und Schneesall große Schwankungen. In feuchte» Jahren steigt der Niederschlag fast auf das Dreifache der dürren Jahre an. Im mittleren Wallis ging die jährliche Regen menge schon aus 30 cm zurück, das ist nur 5 cm mehr als der Durchschnitt in den Oasen Nordafrikas. So wird es verständlich, daß der Walliser gleich dem Oascnbewohner für künstliche Bewässerung seines Bo dens besorgt sein muß. Regen fällt in der Schweiz, wenn auch ungleich verteilt, zu allen Jahreszeiten. Nordwärts der Alpen ist der Frühsomnicr die feuchteste Zeit; das Wetter ist daun noch unbeständig, häufig kühl und zum Reisen nicht sonderlich geeignet. In der Südschweiz wiegen die Herbstregcn vor, die den Übergang zu den Wintcrregen des Mittelmeergebietes darstellen. Die winterliche Schneedecke hält in den tiefern Landesteilen selten längere Zeit an. Im südlichen Tessin und am Genfersee schnrilzt sie meist schon nach wenigen Tagen. Im rauheren St. Gallen liegt der Schnee im Mittel schon über 70 Tage, in Davos und im Oberengadin volle sechs Monate. In den höchsten Partien der Alpen fallen die Niederschläge fast aus schließlich als Schnee. Der Winter schüttet auch über die untern, von Menschen bcwohicken Bergregionen und über die Jurahöhen mächtige Schneemassen aus, die die Wege fast ungangbar machen und mit ihrer Last die halb verwehten Hütten zu erdrücken drohen. In der Schneedecke des Gebirges ist eine bedeutende Wassermenge für die warme Jahreszeit aufge speichert. Auf den Feldern des Tieflandes liegt oft den ganzen Winter über nur ein leichter Anflug von Schnee; gerade hier wäre aber eine ordentliche Schneedecke besonders willkommen zum Schutz für -Schwan- funden Jahres. zeitliche Verteil m g Schneedecke