81 Kindern bleibt dann als Hilfsarbeit das Einziehen des Garns in die Nadel, das „Fädeln", über lassen. Noch heute gilt als eine der bedenklichsten Erscheinungen in der ostschweizerischen Hausstik- kerei, daß die Kinder dabei überanstrengt und dau ernd an der Gesundheit geschädigt werden. 3. Baumwollindustrie. Aus dem mittelalterlichen Leinwandgewerbe St. Gallens erwuchs im Anfang des 18. Jahrhunderts die Baumwollindustrie; französische Hugenotten führten sie ein. Bald waren in weitem Umkreis um die Stadt und ostwärts des Rheins viele tausend Hände damit beschäftigt, neben den gewöhnlichen Baumwolltüchern die feine Musseline anzufertigen und zu besticken. Zur gleichen Zeit verschafften Hugenotten der Musselinefabrikation auch in Zürich Eingang, wo man schon lange Baumwolle ver arbeitet hatte. Auch die Bewohner des Glarnerlandes begannen damals für die Geschäftshäuser von St. Gallen und Zürich Baumwolle zu spinnen und zu weben. Anfänglich war das Spinnen und Weben der Baumwolle Handarbeit. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann die Konkurrenz des englischen Maschinengarns und der maschincngewobenen Tü cher. Sie wurde so drückend, daß auch in der Schweiz die Spinnmaschine und der mechanische Webstuhl die ursprüngliche Arbeitsweise ganz verdrängten. Mit dem mechanischen Betrieb vermochte die ost- schweizerische Bauimvollindustrie den Rang im Wettbewerb mit dem Ausland zu behaupten. Um die Mitte des letzten Jahrhunderts kam eine Reihe der besten Geschäftsjahre. Später trat infolge wach sender Konkurrenz und der Zollerhöhungen ein zelner Absatzgebiete ein Rückschlag ein, obwohl die Fabrikanten bemüht waren, durch die Aufnahme Slii-Nger, Tchweiz Kinderarbeit Entwicklung der Baum mollindustrie 6