83 Glaubensverfolgte aus Locarno in Zürich die Sei-Zur-hrrSeid- denindustrie ein, die für die Stadt und einen weiten Umkreis zur Quelle des Reichtums geworden ist. Die Seidenstoffweberei umfaßt außer Zürich haupt sächlich die beiden Secufer und das obere Glatt tal. Weiterhin tritt sie mehr vereinzelt auf im Knonaueramt, im Aargau und in der Jnnerschweiz. Die letzten Ausläufer reichen über den Brünig ins Haslital und im Jura bis nach Delsberg. Im Zürcher Oberland trifft sie mit der St. Galler Baumwollindustrie und Stickerei zusammen, und im Aargau begegnet sie bereits den Bandwebstüh len, die für Basel tätig sind. Die althergebrachte Hausweberei mußte immer mehr hinter dem Fabrik betrieb zurücktreten; sie hat sich nur abseits der größern Verkehrswege und der Fabriken meist als Nebenverdienst zur Landwirtschaft erhalten. Italien und China liefern die Rohseide. Die Seidenraupenzucht in der Südschweiz vermag in folge der ausländischen Konkurrenz und einer weit verbreiteten Krankheit des Maulbeerbaumes eine nur geringe Menge von Rohseide beizusteuern, die zum Teil an Ort und Stelle gesponnen wird. Die Hauptausfuhr an Zürcher Seidenstoffen geht äu * fu * c "ach den Vereinigten Staaten und nach England. Was an diesen Waren in der Schweiz bleibt, be läuft sich auf jährlich 8 — 10 Mill. Fr. Immerhin ist der Selbstverbrauch nicht so hoch, da für einen ansehnlichen Betrag Seide an den Fremdenorten verkauft wird. Die Seidenindustrie Basels geht ebenfalls auf «Ers-id- die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück, da Locarner und französische Hugenotten in der Stadt Aufnahme fanden. Neben. der Spinnerei und der Färberei ist das Weben von Seidenbändcrn, die „Posa- nienterie", der wichtigste Zweig der Industrie ge worden. Die Bandweberei ist außerdem im höher