87 wohner zur Untätigkeit; Armut oder Auswander ung war ihr Los. In solcher Not bedeutete die Uhrenindustrie die Rettung des Landes. Der Juras sier brachte für die kunstvolle Arbeit eine glück liche Anlage mit, und keine Berufsvorschrifteu hemmten hier den allgemeinen Wetteifer, immer Vollkommeneres zu leisten. Anfangs war die Uhren macherci winterlicher Nebenverdienst zur Landwirt schaft ; eine Hand fertigte damals noch das voll ständige komplizierte Werk an. Der reichliche Ver dienst führte dann die meisten Arbeiter ganz zun, neuen Beruf hinüber, und die Teilung der Arbeit inachte es einem jeden möglich, auf seinem beson deren Gebiet eine große Fertigkeit zu erwerben. Neben der Hausarbeit entstand das „atelier“, in dein sich eine Anzahl Arbeiter unter einem Chef zu genieinschaftlicher Herstellung bestimmter Uhr teile vereinigten. Die 70er Jahre des letzten Jahr hunderts brachten eine bedeutende Änderung. In den Vereinigten Staaten stellte man die Uhren fabrik mäßig her. Die Konkurrenz der ainerikanischen Fa brikate schädigte die schweizerische Industrie derart, daß sie ebenfalls den mechanischen Betrieb einrich ten mußte. Überall entstanden jetzt Uhrenfabriken, die mit unvergleichlich genau und rasch arbeiten den Maschinen die Bestandteile der Uhr herstellten. Vollkommene Maschinen und die aufs Äußerste ge triebene Arbeitsteilung (es gibt etwa 150 verschie dene „Branchen" der Uhrenindustrie) steigerten Menge und Güte der Produktion gewaltig. War die Uhr einst ein Luxusgegenstand, so kann sie jetzt durch die Massenproduktion so billig geliefert werden, daß sie zum selbstverständlichen und un entbehrlichen Besitz auch des Unbemittelten gehört. Die Uhrenmacherei ist die wichtigste Industrie der Indup««. Westschweiz. Ihr Gebiet umfaßt Genf, die Jura- landschaften der Kantone Waadt, Neuenburg, Bern,