90 Wollindustrie Leinev- inlrnfhic kereien St. Gallens oder die Seidcnbänder Bafels, so wird doch auch die jurassische Industrie von Krisen heimgesucht; sie entstehen meist durch die Überproduktion des modernen Fabrikbetriebes. Solche Zeiten der verminderten Arbeitsgelegenheit treffen nicht nur die Jndustriebevölkerung mit aller Härte; die Folgen werden auch im benachbarten Bauernland verspürt. 7. Übrige Industrien. Die oben besprochenen Hauptindustrien der Schweiz lassen sich in die beiden großen Gruppen der Textilindustrie und der Metallverarbeitung ein- reihen. Daneben werden aber noch eine Reihe wei terer Industrien betrieben; zum Teil schließen sie sich einer der beiden Haupigruppen an; andere nehmen eine selbständige Stellung ein. Die Wollindustrie ist ohne ausgesproä)«- ues Zentrum an zahlreichen Orten des Mittel- landes ansässig. Wegen des starken Niederganges der einheimischen Schafzucht ist die Schweiz in der Lieferung der Rohwolle fast ganz auf das Ausland, vorab Australien, angewiesen. Gegenüber der Kon kurrenz des Auslandes hat die Wollindustrie einen schweren Stand. Für den Export stellt sie Kamm garne und Kammgarnstoffe her. Die Militär-, Post- und Bahnverwaltungen des Inlandes versorgt sie mit ganzwollenen Tuchen zur Anfertigung der Uni formen. Die Fabrik- und Hausindustrie des ber- nischen Emnientals und Oberaargaus liefert den braunen Halblein, der vielfach aus einheimischer Wolle bereitet, als Kleidungssioff der bäurischen Bevölkerung noch heute weit verbreitet ist. Auf einem Gang durch das Emmental oder den Oberaargau sieht man häufig inmitten des grünen Wieslandes schimmernd weiße Flächen, die aus der Ferne einen glänzenden Wasserspiegel vortäuschen.