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        <title>Die Schweiz</title>
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      <div>Ackerbau 
Auswan 
derung 
144 
der Kastanie wechseln in bunter Mischung Reben 
und Pfirsichbäume, zu denen sich im südlichen Tessin 
auch die Maulbeerbäume gesellen. Der Weinstock 
klettert an Mauern und Bäumen empor oder kriecht 
über das Sparrenwerk von Laubengängen hinweg. 
Im Schatten der Rebe wird in den Weinbergen 
Gemüse, wohl auch Mais gebaut. In den Talsohlen 
des südlichen Tessins breiten sich die Maisfeldcr 
aus, die den Landesbewohnern die Nationalspeise, 
die „polenta“, liefern. Ueberall hat der Wald stark 
unter Verwüstung gelitten! das vermehrt die Wild 
bachgefahr. Im südlichen Tessin sind die Gehänge 
weithin mit Buschwald verkleidet. Auf den Höhen 
wandert man stundenlang durch bunt gemischtes 
Niederholz von Kastanien, Eichen und Haselbüschen, 
das erst am Fuß des Berges von hochstämmigen, 
knorrigen Kastanienbäumen abgelöst wird. Der 
Buschwald überzieht die Berge mit einem sammet 
artigen, grünen Schimmer, der die zahllosen Was 
serrinnen der Gehänge und die Bergumrisse mit 
aller Schärfe zeichnet, während der Hochwald als 
dicker Mantel die Formen des Untergrundes 
verhüllt. 
Beim Vorwiegen steiler Halden und eines stark 
zerstückelten Bodens ist der Ackerbau erschwert; er 
gehört fast ausschließlich in den südlichen, tiefer 
liegenden Kantonsteil. Während in der Ebene der 
Mais in ganzen Feldern reist, können am ter- 
rassierten Steilhang nur schmale, ausgemauerte und 
schwer zugängliche Riemen bebaut werden. Vielfach 
liegt der Ackerbau den Frauen und Kindern ob, 
da die Männer scharenweise als Bauarbeiter nach 
den Bauplätzen der Nordschweiz wandern und nur 
wenige Wintermonate bei ihrer Familie zubringen. 
Daneben besteht eine eigentliche Auswanderung; die 
Tessiner ziehen als Südfrüchtehändler über die Al 
pen, oder sie suchen in Argentinien eine neue Heimat.</div>
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