—- - 42 Grundsätzlich haben wir hiernach bei den Reform bestrebungen mit zwei Richtungen zu tun, die eine, welche, obschon für Preußen in der „Gerichtstaxe" be reits eine Rollegialtaxe möglich ist, nach kollegia len Taxinstanzen, also Taxämtern geht, die andere, welche an der Taxe durch einzelne Sachverständige festhalten will. Oie entscheidende Frage ist nun, welches Ziel man bei diesen Reformbestrebungen im Auge hat. handelt es sich lediglich um die Erlangung richtiger Taxen, oderdarum, niedrige Taxenzubekommen? Das ist die entscheidende Frage! Um das letztere kann es sich doch nur handeln, wenn man bodenpolitische Wirkungen will, denn ein anderes Moment, von der Forderung nach richtigen Taxen abzuweichen, kann man nicht geltend machen, auch nicht Entschuldungsbestrebungen, die wir an sich voll und ganz unterstützen. Unsere Vorfrage spitzt sick also zu aus die Frage, ob man richtige Taxen will, oder ob man die Regelung des Tarwesens nur als Mittel benutzen möchte, um gewisse bodenpolitische Ziele — und zwar insbesondere solche der Rodenreformer — zu erreichen. 3n diesem Augenblick mag diese Wendung überraschen. Über trotzdem steht und fällt mit dieser Frage die eine oder andere Richtung, will man das Ziel der Bodenreform«r, eine, wenn auch vielleicht nur vor übergehende Verbilligung des Bodens, dann liegt nachdenLrgebnissenunsererfrüherenRusführungen nichts näher, als die Forderung nach kollegialen Tax instanzen auszustellen, will man aber „richtige" Taxen, dann darf man die Taxe durch einzelne S a ch- verständigenichtabweisen. wolltemandasaber, dann wird man anderseits nicht daran vorbeikommen, die furchtbaren Wirkungen sich vor Rügen zu halten, die daraus entstehen werden, und sich die Frage vorzu legen, ob um diesen Preis die Taxämter dann nicht doch zu teuer erkauft find. Zunächst haben wir bei den Taxamtsschätzungen, wie wir ge sehen haben, mit einer wesentlich niedrigeren Taxe, als wir sie in Preußen in der Regel von den taxierenden Sachverständigen er langen, zu rechnen. Das wird sich naturgemäß umsetzen, in eine gewaltige verkürzung des Rredits zur ersten Stelle, wer kann die aber in Preußen wohl ertragen ? hier kann man allerdings sagen, in Württemberg, Baden, Hessen usw. gehts doch auch. Das ist richtig. Rber dort gehts nur, weil es von altersher, seit langer Zeit so ist, weil seit vielen Jahrzehnten, zu einer Zeit, in der ebensowenig an Hypothekenbanken, wie an die gewaltige Aus dehnung des Immobiliarkredits gedacht werden konnte, hier die Taxämter oder Grtsgerichte bestehen. Dann gehts hier aber auch haupt sächlich deshalb, weil die Verhältnisse in diesen Landesgebieten ru hig, die Entwicklungsgänge langsam sind, versetzen wir uns aber einmal