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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

959u 
Kleinere neue Bahnbanteu von Bedeutung. 
an in Kapspur (1,067 in) gebaut worden, die man neuerdings auch auf der Regierungsbahn 
nach Windhuk nach erfolgtem Umbau eingeführt hat. Um die Bahn von Lüderitzbucht nach 
Keetmanshoop, die von höchster strategischer Wichtigkeit zur Niederwerfung des Aufstands 
1904/06 schien, entbrannten jene sensationellen, hitzigen Kämpfe im Deutschen Reichstag 
am 26. Mai 1606, die in der Folge zu jener bekannten Schwenkung der inneren Regie 
rungspolitik, zur Reichstagsauflösung vom 13. Dezember 1906 und zur Wahl des ersten 
durchaus „kolonialfreundlichen" Reichstags Veranlassung gaben. Tie zehnmonatige Ver 
zögerung des Bahnbaus, die der Verärgerungsbeschluß des Reichstags vom 26. Mai 1906 
verursachte, hat dem deutschen Volk ungezählte Millionen gekostet und bewirkt, daß unser 
südwestafrikanischer Krieg einer der relativ teuersten Kriege der ganzen Weltgeschichte ge 
worden ist. — Von höchstem Wert für die wirtschaftliche Zukunft der Kolonie wäre ein 
Anschluß der Bahnen in Teutsch-Südwestafrika an das britische Bahnnetz in der Kapkolonie 
und in Rhodesia. Tie Aussichten hierfür sind aber, obwohl keinerlei technische Schwierig 
keiten im Wege stehen, wenig günstig, denn die Engländer werden unter keinen Umständen 
die Erlaubnis geben, daß die deutschen Bahnen auf britisches Territorium verlängert werden, 
weil sonst Lüderitzbucht oder Swakopmund sich zu gefährlichen Konkurrenten für Kapstadt 
würden entwickeln können. Die einzige Bahn, die, wenn auch xrst in späterer Zeit, auf 
einen Anschluß an die Kap—Kairobahn hoffen darf, bleibt die Otavibahn, da sie durch den 
Caprivizipfel bis in die nächste Nähe der Viktoriafälle über deutsches Gebiet geleitet werden 
kann und somit des englischen Placet nicht bedarf. Aber gerade sie ist leider nicht in 
Kapspur gebaut, und Vorbedingung für den Anschluß an das Bahnnetz des Jnnenlandes 
wäre daher zunächst der kostspielige Umbau in Kapspur. 
In Togo sind nur drei kurze Bahnen vorhanden, die 45 ton lange, an der Küste 
entlanglaufende Bahn Lome—Anecho, ferner die Bahn Lome — Agome Palime und 
als jüngste, längste und wichtigste Strecke die 239 km lauge Linie Lome—Atakpame, 
die dereinst tiefer ins Hinterland gebaut werden muß, um die bei Banjeli und Bassari ge 
fundenen Erzlager verwertbar zu machen. Tie Bahnen Togos rentieren sich vortrefflich, 
wie überhaupt die Ergebnisse sämtlicher afrikanischen Bahnen alle Erwartungen übertroffen 
haben. 
Kamerun war bis in die allerletzten Jahre hinein noch ganz ohne Bahnen. Im 
Mai 1911 wurde endlich die erste, 160 kni lange Bahn dem Betrieb übergeben, die vom 
Haupthafen und Regierungssitz Tuala zum Manengubagebirge läuft. Auch diese „Nord- 
tz ahn" wird aber erst voll leistungsfähig werden und vorzügliche Erträgnisse abwerfen, 
wenn sie den Urwaldgürtel überwunden und ins „Grasland" Bamum oder noch weiter 
in die gesegnete volkreiche Landschaft Adamana oder gar bis nach Garua am Benuö und 
vielleicht bis zum Tschadsee verlängert sein wird. Die Gegend um den Tschadsee, die vor 
allem für die Baumwollkultur von höchster Bedeutung werden kann, entbehrt bisher jeder 
Bahnverbindung mit dem Meer. Wird dereinst eine deutsche Bahn von Tuala zum Tschadsee 
gebaut, so würde mit dieser Linie, der weitaus kürzesten Verbindung zum Meere, die für 
den Tschadsee gefunden werden kann, keine andere Strecke jemals konkurrieren können, 
somit der deutschen Bahn ein reicher Durchgangsverkehr gesichert fein. Ter bisherige Güter 
verkehr des nördlichen Kamerun kommt, da eine Bahn zur Küste nicht vorhanden ist und 
der Trägerverkehr auf so große Entfernungen unrentabel sein würde, den Engländern zugute, 
die durch Britisch Nigeria auf dem vortrefflichen Wasserweg des Niger und seines großen 
Nebenflusses, des Benuö, ins Hinterland von Kamerun gelangen. — Eine zweite Bahn in 
Kamerun, die zurzeit geschaffen und in nächster Zukunft dem Verkehr übergeben werden 
wird, ist die sog. Mittellandbahn, die ebenfalls in Tuala beginnt und ziemlich genau 
ostwärts in der Richtung auf Widimenge verlaufen soll; sie wird sich, als bisher einzige 
deutsche Kolonialbahn, durch Kunstbauten von bemerkenswerter Größe auszeichnen, unter 
denen die gewaltige Brücke über den Sanaga am wichtigsten ist. Ter Bau der sogenannten 
Südbahn, die in Kribi beginnen soll und die von den Ansiedlern im südlichen Kamerun 
lebhaft befürwortet wird, ist bisher noch nicht gesichert, da die Regierung erklärt, noch einen 
weiteren Hafen außer Tuala nicht ansbauen zu wollen. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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