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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Seeschiffahrt. 
959y 
z. B. bei Höganäs im äußersten Süden), zahlt jährlich etwa 70 Millionen Kronen für Kohlen 
an England, wovon rund der zehnte Teil auf die Staatsbahnen fällt, während es anderer 
seits an natürlichen Wasserkräften nächst Norwegen das reichste Land Europas ist. Eine 
allgemeine Einführung des elektrischen Bahnbetriebs würde daher für Schweden Ersparnisse 
von einer Höhe im Gefolge haben, wie sie für Deutschland bei weitem nicht zu erwarten 
wären. Die Politik der schwedischen Regierung, die seit einer Reihe von Jahren die wich 
tigsten Wasserkräfte des Landes, so weit es noch möglich ist, dem Staat sichern will, ist 
also durch die besonderen Verhältnisse des Landes wohl verständlich. 
Tie Probestrecke, die zuerst elektrisiert werden soll, ist die Reichsgrenzbahn im höch 
sten Norden des Landes. Reichsgrenzbahn ist die amtliche Bezeichnung für den nörd 
lichen schwedischen Teil der Ofotenbahn, von der oben (S. 959p) die Rede war. Für 
die Elektrisierung kommt nämlich bis ans weiteres lediglich die insgesamt t 29 km lange 
Strecke von Kiruna bis zur Reichsgrenze in Betracht. Man hat mitAbsicht gerade diese 
nördlichste schwedische Bahn als Versnchsstrecke in Aussicht genommen, denn keine andere 
hat im Winter unter hartem Frost und heftigen Schneefällen gleich stark zn leiden, und 
man erwartet, daß der elektrische Betrieb, wenn er hier allen Wetterunbilden gewachsen 
ist, sich in anderen Teilen des Landes unter allen Umständen gut bewähren wird. Auch 
hier war, neben verschiedenen andren Gründen von Bedeutung, für die Elektrisierung die 
Tatsache maßgebend, daß die Reichsgrenzbahn zwischenAbisko und Björkliden einen 1100nr 
langen Tunnel von 10°/oo Steigung durchfahren muß, in dem der den Lokomotiven ent 
strömende Rauch wiederholt die Aussicht so benommen hat, daß Betriebsunfälle erfolgten. 
Ans diesen Gründen hat man es vorgezogen, den Umbau in der Weise vorzunehmen, daß 
der leistungsfähigere elektrische Betrieb, der sich in Schweden auf den kleineren Versuchs 
strecken Stockholm—Järfva und Tomteboda—Värtan bereits wunschgemäß bewährt hatte, 
in Aussicht genommen wurde. Tie Ersparnis an Betriebskosten wird, trotz wesentlich ge 
steigerter Leistungsfähigkeit, sehr erheblich sein: man hat berechnet, daß im Jahr 1913 bei 
einer Beförderung von fast 4 Millionen Tonnen Erz 472500 M. gegenüber dem jetzigen 
Dampfbetrieb würden erspart werden können. — Tie norwegische Regierung hat übrigens 
beschlossen, auch den anschließendennorwegischenTeil derOfotenbahn mit elektrischem 
Betrieb zu versehen. Es ist zn erwarten, daß in wenigen Jahrzehnten der elektrische Betrieb 
in Skandinavien und ebenso in der Schweiz ziemlich allgemein eingeführt sein und den 
Dampfbetrieb im wesentlichen verdrängt haben wird. 
Außerhalb Europas sind natürlich lange elektrisch betriebene Eisenbahnlinien eben 
falls schon in großer Menge zn finden, so insbesondere in den Vereinigten Staaten; 
doch ist keine von den vorhandenen Bahnen so bedeutsam, daß sie an dieser Stelle eigens 
hervorgehoben zu werden brauchte. 
Seeschiffahrt. 
Deutschland nimmt heute unter den Nationen unbestritten den zweiten Platz in der 
Beherrschung der Meere ein. Um recht zu verstehen, was dies bedeutet, muß man sich daran 
erinnern, daß dieser zweite Platz in nur etwa einem halben Jahrhundert erobert worden ist. 
Es ist jetzt gerade ein halbes Jahrhundert her, daß der englische Premier Lord Palmer- 
fton, kurz nach der Gründung der heutigen Hambnrg-Amerika-Linie und des Norddeutschen 
Lloyd, das ebenso verächtliche wie (im Hinblick auf die mittelalterliche Hansa) historisch 
unbegründete Wort sprach: „Tie Teutschen mögen den Boden pflügen, mit den Wolken 
segeln und Luftschlösser bauen, aber nie seit dem Anfang der Zeiten hatten sie das Genie, 
das Weltmeer zu durchfurchen oder auch nur die schmalen Gewässer zu durchfahren", und 
kurz zuvor hatten die Londoner „Times" die Regierung aufgefordert, das Aufkommen 
einer deutschen Kriegsflotte nicht zu dulden und die Schisse mit einer schwarz-rot-goldenen 
Flagge als Seeräuber-Fahrzeuge zu behandeln. — Und heute? Nun, Englands Handels- 
und Kriegsflotte ist der deutschen an Zahl und Seegeltuug noch ganz enorm überlegen, 
aber dennoch ist die letztere derartig gewachsen und wächst weiter von Jahr zu Jahr, daß
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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