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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

959 aa 
Seeschiffahrt 
Tie heutige „Hamburg-Amerika-Linie", die ehemalige Hamburg-Amerikanische Paket- 
fahrt Aktien-Gesellschaft (Hapag) ist die größte Schiffahrtsgesellschaft der Welt. Zwischen 
ihr und den großen englischen Reedereien spielt sich in erster Linie der friedliche Wettkampf 
beider Nationen in der Seegeltung ab. Beide Teile suchen einander fortwährend durch 
rasche Fahrten, durch Größe, Behaglichkeit und Luxus der großen Passagierdampfer zu 
überbieten. In diesem wie in jedem Wettstreit liegt die beste Garantie eines steten Fort 
schritts zu höherer Vollkommenheit, aber er birgt auch manche Gefahren in sich, in die 
freilich die englische Schiffahrt mehr als die deutsche verstrickt worden ist: der entsetzliche 
Untergang des Riesendampfers „Titanic" auf seiner ersten Ozeanfahrt infolge Zusammen 
stoßes mit einem kleinen Eisberg in der Nacht vom 14. zum 15. April 1912 hat wie 
ein eindringliches Menetekel gezeigt, wohin cs führt, wenn die Stimme der Vernunft, 
die sich infolge der Meldungen von Eisgefahr notwendig regen mußte, zugunsten eines 
zum Spleen ausgearteten Schnelligkeitssports unterdrückt wird. Glücklicherweise kann man 
unsern deutschen Reedereien nachsagen,, daß ihnen die Sicherheit und Gesundheit ihrer 
Passagiere noch immer höher gestanden hat als die alberne Rekordbrecherei um jeden 
Preis. — 
Ter Aufschwung der Schiffahrt zeigt sich in nichts deutlicher als in der rapiden Ver 
größerung der Dimensionen der großen Schnelldampfer. Als in den 50 er Jahren der 
berühmte Riesendampfer „Great Eastern" mit 207 m Länge, 25,3 m Breite und 27400 
Brutto-Registertonnen in den Atlantischen Dienst gestellt wurde, erwies sich nach nur zwei 
maliger Ozeanfahrt der Betrieb als viel zu kostspielig; er wurde deshalb aus dem Passagier- 
dienst zurückgezogen und hätte ein unrühmliches Ende gefunden, wenn er nicht eine neue 
Aufgabe in der Verlegung der ersten transatlantischen Kabel gefunden und damit den Ruhm 
der Unsterblichkeit gewonnen hätte. —■ Jahrzehntelang wagte man so große Schiffe nicht 
wieder zu bauen; erst 1903 wurden die Dimensionen des „Great Eastern" wieder erreicht 
und übertroffen, nachdem der Passagierverkehr über den Ozean einen ungeheuren Auf 
schwung erfahren hatte. Im Jahre 1905 waren öie englischen Dampfer „Oeeanic" und 
„Celtic" die größten der Welt; der letztere wies 213m Länge und 36000t Brutto-Re 
gistertonnen auf. Der Hamburger Dampfer „Kaiserin Augusta Viktoria" (1906) und der 
Bremer „George Washington" (1908) kamen der „Celtic" ungefähr gleich. Auch diese 
gewaltigen Dimensionen sind aber in den letzten Jahren ganz erheblich überboten worden. 
Nachdem noch in der Mitte der 90 er Jahre der Dampfer „Pennsylvania" der Hapag mit 
feinen 13333 Brntto-Rcgistcrtonnen als ein Riese betrachtet worden war, folgten jetzt die 
Dampfer „Lusitania" und „Mauretania" 1907 mit 240m Längenndetwa40000 Brutto-Re 
gistertonnen und dann die britischen Dampfer „Olympie" und die unselige„Titanic" mit 250 m 
Länge und 45000 Brutto-Registertonnen, und schon werden auch diese Meeresungcheuer 
bald überboten sein von dem neuesten Ricsendampfer der Hambnrg-Aincrika-Linie, dem neuer 
dings so vielgenannten „Imperator", der am 23. Mai 1912 nach zweijähriger Bau 
zeit auf der Hamburger Werft von Blohm und Boß vom Stapel gelaufen ist und im 
Frühjahr 1913 seine erste Ausreise antreten soll. Er wird nebst zwei Schwesterschiffen, 
die ihm bald folgen sollen, eine Länge von 268 m aufweisen, sein Raumgehalt wird 
50000 Brutto-Registertonnen betragen, sein Gewicht 34000 t. Die Wasserverdrängung 
wird etwa 60000 Tonnen betragen, der Antrieb erfolgt durch 4 Dampfturbinen von je 
15000 Pferdestärken, die Geschwindigkeit wird 22 Seemeilen (41 km) in der Stunde be 
tragen. Elf Stockwerke werden in dem neusten Ozeanriesen übereinander liegen, die höchste 
Mastspitze wird volle 75 in über den Kiel hinausragen. Tie Schornsteine werden 21 in 
hoch sein und einen ovalen Querschnitt von rund 50 gm (9 m in der Länge, ö 1 ^ m in 
der Breite) aufweisen. Vollbesetzt wird das Schiff 5000 Menschen, also die Einwohner 
schaft einer kleinen Stadt, aufnehmen können. 
Nichts aber wird wohl deutlicher den kolossalen Aufschwung der deutschen Seeschiff 
fahrt illustrieren als die Angabe, daß noch im Jahre 1892, also vor zwei Jahrzehnten, 
der gesamte Jahresverkehr der Hapag sich nur auf 154182 Registertonnen, also nur auf 
das Dreifache des ganzen „Jmperator"-Raumgchalts, belief!
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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