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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Die Fortschritte der Binnenschiffahrtsstraßen. 
959§ss 
Und noch ein Trittes kommt hinzn. Um die Wassermassen des Gebietes zu sammeln! 
und für den Kanal nntzbriitgend zu verwerten, haben die Amerikaner den riesigen Stausee 
von Gatun mit Hilfe eines großen Dammes geschaffen. Nun aber ist inan nicht nur in 
schwerer Sorge, wo man die nötigen Wassermassen hernehmen soll, um den See nur erst 
einmalig zu füllen, sondern es ergibt sich, wenn dies gelingen sollte, wieder eine neue Ge 
fahr: es steht nämlich nicht mit absoluter Sicherheit fest, daß die Unterlage, ans der der 
Tamm sich erhebt, vollkominen wasserdicht ist. Die bauleitenden Ingenieure behaupten 
zwar die unbedingte Zuverlässigkeit ihres Bauwerkes; andere sehr urteilsfähige Fachleute 
bezweifeln sie jedoch und scheinen um so mehr dazu berechtigt zu sein, als der Gatundamm 
an zwei Stellen über alte Flußbetten geführt worden ist, die bis in sehr große Tiefen hinein 
mit Geröll, Schlamm und andern Flußablagernngen angefüllt sind. Es ist ja möglich, daß 
dennoch die Zuversicht der leitenden Ingenieure begründet ist. Wie aber, wenn die Zweifler 
recht behalten? Wenn auch nur an einer einzigen Stelle die Unterlage des Dammes 
Wasser durchsickern läßt? Gewißheit hierüber wird man leider erst erlangen können, wenn 
der Stausee gefüllt, die Berichtigung eines Irrtums also nicht mehr möglich ist. Liegt 
aber ein solcher, wenn auch noch so kleiner Irrtum vor, so wäre ein Dammbruch unver 
meidlich, der mit einer völligen Zerstörung des Kanals fast identisch wäre. 
Dazu kommen noch die Gefahren, die dem Kanal von Erdbeben drohen. Zwar wird 
glücklicherweise gerade der Isthmus von Panama von ihnen verhältnismäßig seltener als 
die meisten andern Teile des bebenreichen Mittelamerika betroffen, und das letzte schwere 
zerstörende Panamabeben, das im Jahre 1621 stattfand und die Stadt Panama in Trümmer 
legte, liegt schon fast 300 Jahre zurück. Aber bei dem bedenklichen labilen Zustande der 
Böschungen im Culebradurchschnitt und des Gatundammes genügt schon ein leichtes Beben, 
wie es hier und da auch in Panama vorkommt und u. a. noch während des Lessepsschen 
Kanalbaues im Jahre 1882 stattfand, um unberechenbare, fürchterliche Wirkungen hervorzu 
rufen, vielleicht gar in wenigen Sekunden das stolze Kulturwunder zu vernichten. — Mitte 
März 1912 wurde ja gar gemeldet, es hätten sich im Culebraeinschnitt Spuren beginnender 
vulkanischer Tätigkeit gezeigt. Diese Sensationsnachricht hat sich glücklicherweise nicht be 
stätigt oder doch eine sehr harmlose Aufklärung gefunden; aber der Ausbruch des für 
erloschen gehaltenen Vulkans Chirlqui aiu 5. April 1912, der nur etwa 200 km vom 
Kanal entfernt ist, war dennoch eine Tatsache, die zu kaum minder großen Befürchtungen 
Anlaß geben mußte. 
Aus dem Gesagten geht jedenfalls hervor, daß das stolze Kulturwerk, das sich seiner 
wenigstens Provisorischen Vollendung mit Riesenschritten nähert, noch von zahlreichen und 
großen Gefahren umlauert ist, und niemand vermag zu sagen, ob die Zukunft des Kanals 
tatsächlich dem hoffnungsvollen Bilde entsprechen wird, das man sich beim Gedanken an den 
werdenden Panamakanal so leicht auszumalen geneigt ist! 
Von sonstigen großen Seekanälen sei nur in aller Kürze auf die an der nordameri 
kanischen Ostküste geplanten Neubauten hingewiesen. Der alte, 1824—1829 gebaute 
Kanal zwischen der Delaware- und der Chesapeakebai, der mit seiner geringen 
Tiefe von 3 m und 19,8m Breite neuzeitlichen Anforderungen nicht mehr entsprach, soll 
mit einer Tiefe von 10,6 m und einer Breite von 45 m neu geschaffen werden. Außerdem 
soll die Halbinsel Cape Cod durchstochen werden; die 105 lern lange Halbinsel stellt 
für die Schiffahrt ein bedeutendes Hindernis und, wegen der häufigen, schweren Nebel an 
der Nordspitze, eine große Gefahr dar, der nun mit der Schaffung eines 13 km langen, 
75—90 m breiten und 7,6 m tiefen Kanals begegnet werden soll. 
Die Fortschritte der Binnenschiffahrtsstratzen. 
Die seit 1900 ausgeführten Anlagen zum Ausbau der Binnenschiffahrtsnetze sind in 
allen Ländern verhältnismäßig recht unbedeutend gewesen, obwohl viel von allerhand Be 
strebungen zur Verbesserung der vorhandenen Flußwege und Kanäle die Rede war.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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