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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

959nn 
Postverkehr. 
Aussichten für die Einführung des einheitlichen Penny-Portos wenig günstg, und es stehen 
nicht unerhebliche Bedenken der Durchführung dieser immer dringender werdenden Forde 
rung entgegen; aber kommen muß die Zeit, in der die ganze Welt ein in Portofragen 
einheitlich behandeltes Gebiet sein wird: die Entwickelung drängt mit unwiderstehlicher 
Macht dahin! 
Eine Neuerung des 20. Jahrhunderts sind gewisse Kombinationen zwischen 
Briefen und Telegrammen, z. B. die Ozeanbriefe, deren Inhalt von einem fahren 
den Schiff auf drahtlosem Wege an Land oder zu einem andren Schiff in geeigneter Fahrt 
richtung telegraphiert werden, um dann von der nächsten Landstation als gewöhnlicher Brief 
weiter befördert zu werden, oder die Brieftelegramme, die 1909 in Frankreich, am 
1. Oktober 1911 in ganz Deutschland, zunächst nur versuchsweise, eingeführt wurden und 
deren Eigenheit darin besteht, daß sie in den Abendstunden zwischen 7 und 12 Uhr nach 
jedem beliebigen Ort mit Nachttelegraphendienst depeschiert werden können, um dann mit der 
ersten Morgenpost von dort als Brief zur Bestellung zu gelangen. So kann z. B. ein 
Kaufmann spät abends noch eine umfangreiche Nachricht (die Wortgebühr für die Brief 
telegramme beträgt nur 1 Pfennig) bis zum nächsten Morgen sicher an einen Kunden oder 
Lieferanten gelangen lassen, den ein gleichzeitiger abgehender Brief vielleicht erst am nächsten 
Abend oder übernächsten Morgen erreichen würde. — Eine ähnliche Erleichterung für spät 
abends abgehende Briefsachen sind die „ Spätlingsbriefe", die noch nach dem Postschluß auf 
dem Bahnhof am Zuge in Empfang genommen und gegen eine kleine Gebühr sofort be 
fördert werden. In englischen und in einzelnen amerikanischen Städten kannte man die 
Spätlingsbriefe als „lots iss letters“ schon seit ein paar Jahren, am 1. November 1911 
sind sie auch in Berlin zur Einführung gelangt und dürften bald auch andren deutschen 
Großstädten beschert werden. 
Tie zweifellos bedeutsamste Neuerung ans postalischem Gebiet stellt aber der sogenannte 
Postscheck- oder Postgiro-Verkehr dar. Tie Anfänge dieser rasch zu kolossaler Bedeutung 
gelangten Vcrkehrseinrichtung sind in Österreich zu suchen und gehen bis anfs Jahr 1883 
zurück. Es gab in Österreich eine Postsparkasse, und es wurde nun damals die Einrichtung 
getroffen, daß man von jeder Postanstalt aus Einzahlungen oder Zahlungsüberweisungen 
ans andre Konten bei der Postsparkasse vornehmen konnte. Tie Neuerung bewährte sich 
gut und wurde 1890 auch in Ungarn, 1906 in der Schweiz, 1909 in Deutschland, 1910 
in Belgien eingeführh wobei auch diese einzelnen Länder miteinander durch Vermittelung 
der Post in Scheckverkehr treten konnten. In Österreich und Ungarn vermittelten die Post 
sparkassenämter den Verkehr, in Deutschland und in der Schweiz wurden eigne „Postscheck 
ämter" eingerichtet, 9 im Reichspostgebiet, 3 in Bayern, 1 in Württemberg, 22 in der 
Schweiz. 
Der Umsatz der Postscheckämter hat in kurzer Zeit riesenhafte Summen erreicht. In 
Deutschland wurden bereits Ende 1909 nicht weniger als 43929 Konten geführt, Ende 
1910 60023, Ende 1911 74726. Der Umsatz betrug 1911 volle 29509 Millionen, 
also fast 30 Milliarden Mark; in Österreich ist er ungefähr ebenso groß. — Nach den bis 
her erzielten glänzenden Erfolgen kann es nicht zweifelhaft sein, daß der Postscheckverkehr 
allmählich von den meisten Kulturländern angenommen werden wird. Italien und Japan 
planen schon gegenwärtig seine Einführung, und sicher wird der Weltpostkongreß, der 1913 
in Madrid stattffndet, diesen jüngsten Zweig der postalischen Betätigung weiter kräftig ge 
deihen lassen. 
Telexhonverkehr. 
Der Tclcphonverkehr steht hinsichtlich der Schnelligkeit seiner Zunahme an der Spitze 
aller Zweige des Verkehrswesens. Tie Zahl der jährlichen Gespräche beträgt allein im 
Reichspostgebiet weit über eine Milliarde. Dennoch steht die Entwickelung des deutschen 
Fernsprechwesens, relativ wie absolut, hinter dem andrer Länder ganz bedeutend zurück. 
Weitaus am großartigsten entwickelt ist der Telephonbetrieb in den Vereinigten Staaten,
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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