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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Telephonverkehr. 
959oo 
wo zurzeit etwa 7—8 Milliarden Telephongespräche im Jahr geführt werden und wo 
einzelne Städte, wie z. B. Los Angeles, eine solche Fülle von Telephonanschlüssen aufweisen, 
oaß je ein Anschluß auf nur vier Einwohner kommt. Auch in Europa sind etwa die skan 
dinavischen Länder in bezug auf ihre telephonische Entwickelung Deutschland ganz erheblich 
überlegen. 
Das Streben der Fernsprechtechnik geht einmal dahin, die Schnelligkeit der Anschlüsse 
tunlichst zu verbessern, ferner dahin, über bedeutende Entfernungen die Deutlichkeit der Ver 
ständigung ständig zu erhöhen und eine telephonische Unterhaltung auf immer größere Di 
stanzen zu ermöglichen. — Dem ersteren Zweck dienen, neben zahlreichen andren technischen 
Neuerungen, vor allem die automatischen Telephonämter, die es jedem Teilnehmer 
gestatten, sich mit wenigen Handgriffen jeden gewünschten Nummeranschluß zu verschaffen 
und sich somit unabhängig zn machen von der oft unzuverlässigen und leicht nervös machen 
den menschlichen Vermittelung des „Telephonfräuleins". Die automatischen Ämter, deren 
genaue Beschreibung einen sehr breiten Raum einnehmen würde, dürften sich nach und nach 
alle Großstädte erobern: bisher ist nur ein automatisches Amt in Deutschland dem Betrieb 
übergeben worden: in München. 
Tie Bestrebungen, die Entfernungen des Telephonverkehrs vergrößern zu wollen, 
schienen lange Zeit scheitern zu wollen, nicht so sehr an technischen als an finanziellen 
Schwierigkeiten. Das Fernsprechen durch einen Metalldraht von bestimmter Dicke ist nicht 
auf beliebige Entfernungen möglich, sondern räumlich begrenzt. Will man weiter sprechen, 
so muß man den Querschnitt der Leitung erhöhen. Ta nun aber die Kosten der Leitung 
natürlich proportional dem Querschnitt zunehmen, so ist es klar, daß der Betrieb bald un 
rentabel wird, und daß man nur zwischen den Hauptknotenpunkten des Verkehrs- und 
Geschäftslebens lange Fernsprechverbindungen von vielen hundert Kilometern herstellen 
kann. Demgemäß ist die Zahl der ausländischen Orte, mit denen die deutschen Großstädte 
telephonisch verkehren können, durchaus nicht groß; über 1000 km gingen noch vor einigen 
Jahren nur folgende Linien hinaus: 
Berlin—Paris 1186 km 
Paris—Rom 1593 km 
Berlin—Marseille 1800 km. 
Besonders arg wurde das Hindernis der Entfernung empfunden, wenn ein Meeresteil 
im Zuge der beabsichtigten Telephonverbindung lag. Größere Meeresarme waren bis in 
die jüngste Zeit gar nicht oder nur ausnahmsweise vom Fernsprechverkehr zu überwinden, 
und schon die Herstellung von Fernsprechlinien zwischen Paris und London (zuerst 1891 
durch ein Kabel Sangatte—Dover erreicht) oder Berlin und Kopenhagen war mit be 
trächtlichen Schwierigkeiten verknüpft. Strecken, wie etwa Berlin—London oder Berlin— 
Stockholm haben sich, ungeachtet ihrer außerordentlich großen Wichtigkeit, bis ans den 
heutigen Tag als nicht durchführbar erwiesen, dürften aber gleichfalls in einer Reihe von 
Jahren ermöglicht werden. 
Ta nun hat das zwanzigste Jahrhundert eine Methode kennen gelehrt, um, wenigstens 
für viele Fälle, dem genannten Übelstand mit Erfolg entgegentreten zu können. Diese 
Methode besteht in der künstlichen Erhöhung der sogenannten Selbstinduktion der 
Kabel und Luftleitungen. Diese wurde entweder erreicht durch eine Umspinnung der 
Kupferleiter mit feinem Eisendraht (Krarnpsche Methode), wie sie z. B. bei einem Fern 
sprechkabel zwischen Fehmarn und Laaland (1903) und bei einigen kleinen Kabeln in der 
Nordsee Anwendung gefunden hat, oder aber durch Einschaltung von eigenartig konstru- 
ierten Spulen in regelmäßigen Entfernungen, die bei Kabeln meist etwa 1 1 j 2 t bei Frei 
leitungen 4 bis 8 km beträgt (Pupinsche Methode). Insbesondere das Pupinsche System, 
das 1900 bekannt gegeben wurde, hat hohe Bedeutung erlangt und dürfte in Zukunft sich 
immer noch wichtiger erweisen. In der amerikanischen Union, der Heimat der Erfindung, 
hat man mit Hilfe des Pupinsystems schon einen rationellen Fernsprechbetrieb über 
3200 km durch Freileitung (New Uork—Denver) und über 700 km durch Kabel (Washing 
ton—Baltimore—Wilmington—New Uork -Boston) ermöglicht. In Europa hat man die
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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